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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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72 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Schriften In acta apostolorum, In Marcmn, De templo Salomonis und Ingenesim. Aber auch Albinus, Abt von Canterbury, hat im Leben Bedasals Freund keine unbeträchtliche Rolle gespielt. Er war noch vom Erz-bischof Theodor und von Abt Hadrian unterrichtet worden, dessen Nach-folger er 710 wurde; und Beda erzählt selbst, daß Albinus des Griechischenziemlich mächtig gewesen sei und das Lateinische so fließend wie seineMuttersprache gesprochen habe. Dieser Abt war es nun, der den Bedabesonders zur Abfassung seiner Kirchengeschichte veranlagte. Das magwohl mit der Bedeutung Canterburys für die englische Kirche zusammen-hängen, dem Abte des vornehmsten Klosters mußte ein solches Werk be-sonders am Herzen liegen. Aber Albinus versah seinen gelehrten Freundauch mit den wichtigsten Unterlagen, denn er schickte ihm durch denPresbyter Nothelm zu wiederholten Malen briefliche wie mündliche Kundeüber die kirchliche Vergangenheit des Erzsprengeis Canterbury, da er sichan Ort und Stelle aus den Urkunden und aus mündlichen Berichten genauüber Bischof Augustin und seine Genossen sowie über seine Nachfolgerunterrichten konnte. Und dieser Bericht wurde durch die schon erwähntenPapstbriefe ergänzt, die Nothelm mit Erlaubnis des Papstes von einerRomreise mitbrachte. Aber Albinus und Nothelm verschafften dem Bedaauch geschichtliches Material aus Essex, Wessex, Ostangeln und Northumber-land und vervollständigten dadurch dessen Kenntnis dieser Gebiete, die ihmauf anderem Wege zugekommen war. Nämlich ein anderer Freund, derBischof Danihel von Winchester in Wessex, gab ihm Kunde über Wessexund Essex und die Insel Wight, und die Mönche von Lastingham versorgtenihn mit Nachrichten über die Geschichte von Mercia. Abt Esi vervollständigteseine Kenntnis von Ostangeln und Bischof Cynibert von Lindsey unter-wies ihn in der Geschichte seines Sprengeis, während die Mönche vonLindisfarne ihm Nachrichten über den heiligen Cuthberct gaben. Dieseweitreichende Unterstützung, durch die allein das wahrhaft bedeutende Werkzustande kommen konnte, bedingte natürlich einen lebhaften Briefwechsel,aber daraus hat sich nur ein Schreiben Bedas an Albinus erhalten, in demBeda ihm dankt und dem er die fertiggestellte Kirchengeschichte sowiesein Werk De structura templi Salomonis zum Abschreiben hinzufügt.Ein anderer Freund Bedas war Eadfrid, Bischof von Lindisfarne, dem erdie auf seinen Wunsch verfaßte Vita S. Cuthbercti übersandte, und anEcgbert, Bischof von York, richtete er einen längeren Brief, dessen Inhaltfreundschaftliche Ermahnungen zu echt christlicher Auffassung der bischöf-lichen Würde bilden. Ecgbert war ein Vetter des Königs Ceolwulf vonNorthumbrien, dem Beda seine Kirchengeschichte widmete, und man siehtdaher, wie weitreichend die Verbindungen des klösterlichen Gelehrten waren,und wie wohlwollend die höchsten Kreise des Landes den wissenschaftlichenBestrebungen gegenüberstanden. Aber auch mit geistlichen Frauen warBeda in literarischen Verkehr getreten, denn einer Unbekannten widmeteer seine Erklärung Super canticum Habacuc. Dem Wicreda endlich über-sandte er De aequinoctio vernali.

Daß Beda seine Kirchengeschichte für sein wichtigstes Werk gehaltenhat, ergibt sich daraus, daß er am Schluß desselben einige kurze Daten