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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
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ein Soldat beim Kragen packt. Er hat ein grobgeschnitztes, be-sonders nach seiner untern Hälfte hin entwickeltes Gesicht. Daskleine schief blickende Auge, die aufwärts gebogene Nase, die Pro-gnathie, der offene Mund, in dem man ungeheure Schneidezähne er-blickt, der schlecht verteilte Bart, die spitz auslaufenden Ohren,alles lässt uns diesen Todeskandidaten widerwärtig erscheinen.

Gericault hat die Verbrecher studiert, und der Kopf seinesGerichteten ist mit Recht berühmt. Er hat eine gemeine und flacheGestalt und mächtiges Knochengerüst. Die Stirn ist eng, niedrigund zurückfliehend, die Stirnhöcker und die Ränder der Augenhöhlenspringen stark vor; das linke Augenlid scheint etwas mehr gesenktals das rechte, die Nase ist stark und kurz und nach rechts ver-bogen, während das gequetschte Ohrläppchen nach links schaut;die Oberlippe ist stark nach dieser Seite hingezogen, im halb offenenMunde sind ein paar schlecht gestellte Zähne zu sehen; die Joch-beine springen vor, die Wangen sind von tiefen Runzeln durch-furcht, die Haare spärlich; die unregclmässig gebildeten Henkel-ohren stehen weit vom Schädel ab.

Ary Scheffer hat die Faustsage gemalt. Sein Mephistophelesist sehr schön, hat auch eine wohlentwickelte Stirn, die jedoch einwenig nach hinten geneigt ist; auch hat er spitze Ohren, ange-wachsenes Ohrläppchen und nur spärlichen Bart.

In seinem ,.Der Judaskuss" betitelten Gemälde zeigt der Ver-räter Asymmetrie. Die S-förmig zusammengezogenen Augenbrauenverschleiern den Blick, senkrechte Palten furchen die Stirn; dieMundwinkel sind wie zu einem Lächeln leicht aufwärts gezogen.Die Stirn ist zurückfliehend, die Nase in der Mitte dick, die Lippenwulstig, das Ohr sehr stark entwickelt, aber schecht gebildet.

Auf dem Bilde ..Die Bartholomäusnacht" von Joseph Robert-Fleury wird ein Protestant vor den Augen des eigenen Sohneserdrosselt. Der Mörder hat ein breites Gesicht, dicke Backen, auf-wärts gebogene Nase mit nach links gebogener und aufgestülpterSpitze; der Mund ist breit, hinter den aufwärts gezogenen Mund-winkeln zeigen sich fletschende Zähne. Der Mönch, der den Sohngezwungen hat. der Erdrosselung seines Vaters beizuwohnen, hatein düsteres Gesicht, falschen und grausamen Blick, kurze fleischigeNase und zusammengekniffenen Mund.

Delacroix hat in einer Reihe von Zeichnungen Scenen ausGoethes Faust und Shakespeares Hamlet illustriert. Mephistopheleshat zurückfliehende Stirn, glühende Augen, aufwärts gebogene Nase,Prognathie, vorspringendes Kinn; in der Kirche, hinter Gretchen,hat er die Augenbrauen S-förmig zusammengezogen, den grossenMund weit offen, stark ausgeprägte Nasen-Lippen-Falte, sehr starkeKiefer, besonders Unterkiefer, schlecht gebildetes Ohr.