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Goya hat sich im XVIII. Jahrhundert ganz besonders aufdie Darstellung eines Teils des Verbrechertums seiner Zeit verlegt.nämlich auf die von Briganten und Dieben, deren Hinrichtung nachspanischer Sitte er uns gewöhnlich schildert- Einer dieser gerich-teten Briganten hat zurückfliehende Stirn, stark vorspringende Augen-brauenbögen; ferner fallen die Augenlinien beinahe senkrecht ab;die Nase ist gerade und stumpf, der Mund breit offen.
Ein anderer hat znrückfliehende Stirn, vorquellende Augen;das ganze Gesicht scheint in seiner Höhe verringert, dagegen be-sonders in seinem unteren Teil sehr gross.
Ein Enthaupteter hat eine grimmige, von wildem Haar ge-krönte Physiognomie, niedere und zurückfliehende Stirn, dicke, be-sonders in der Mitte aufgetriebene Nase, sehr stark hervorragendeBackenknochen, spärlichen und unregelmässig verteilten Bart, ab-stehendes, schwerfälliges und schlechtgebildotes Henkelohr.
Im Jüngsten Gericht von Cousin zeigen alle Köpfe der Ver-dammten gewisse gemeinsame Charakterzüge, wie reichliches Haar,Bartlösigkeit, rohe Form des Mundes, quadratisches Kinn.
Die Gesichtor der Henkersknechte in der Geisselang vonPerrier sind abstossend roh. In der fahlen Abendbeleuchtung,welche über die Scene ausgegossen ist, nähert sich ein Mensch mitgeradezu entsetzlichem Gesicht dem Heiland. Die vordere Regionseines Schädels ist flach, niedrig und wenig entwickelt; das Hinter-haupt dagegen ist übermässig gross. Eine Stirn ist sozusagen garnicht vorhanden, das Auge ist gross, weit aufgerissen und starr,die Nase kurz und aufgestülpt. Aussergewöhnlich starker Progna-thismus; die Lippen sind sehr wulstig und springen weit vor, dasOhr läuft in eine Spitze aus.
Poussin gab im Martyrium des h. Bartholomäus dem Scharf-richter eine schmale Stirn, zusammengezogene Augenbrauen und sehrkleine Augen. Die stark ausgeprägte Nasen-Lippen-Falte, die ab-wärts gezogenen Mundwinkel und die sehr dicke Unterlippe ver-leihen dem Gesicht einen fast tierischen Charakter.
Ein anderer Scherge in der Steinigung des h. Stephnnus vonLebrun hat ebenfalls einen wilden Gesichtsausdruck, von senkrechtenFalten durchfurchte Stirn, starre und bösartige Augen, sehr dickeLippen, die einen breiten, abwärts gezogenen Mund umgeben, undsehr massiges Kinn.
Boilly hat Bäuberscenen gemalt Seine Übelthäter habenniedrige, flache Stirn, vortretende Glotzaugen, weite Nasenlöcher,halbgeöffneten Mund, dessen Winkel abwärts gezogen sind und dieEckzähne sehen lassen, massiges und langes Kinn.
In einem Gefecht zwischen päpstlichen Dragonern und italieni-schen Briganten stellt Vernot einen der letzteren dar, den eben