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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
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Deswegen wird auch weniger darauf gesehen, dass das In-stitut als solches gute Geschäfte mache. In erster Linie behältman die Vorteile im Auge, die die Gesellschaft später von diesenSträflingen ziehen wird, wenn sie wieder ins bürgerliche Lebenzurückkehren. Man untersucht sorgfältig, für welchen Beruf siedas meiste Geschick zeigen, und welches für sie in der Gegend,wo sie sich später niederlassen wollen, der vorteilhafteste ist.

Bezüglich des Fleisses stellt der Chef jedem Sträfling täglichim Arbeitssaal ein Attest aus, in welchem die Summe der von ihmgelieferten Arbeit verzeichnet ist. Am Anfang jedes Monats setztBrockway selbst unter Berücksichtigung der physischen Kräfteund der Geschicklichkeit jedes Gefangenen für jeden die Summeder Arbeit fest, die er während des Monats zu leisten hat, um diehöchste Notenziffer zu erlangen. Man beschäftigt sich in der An-stalt mit verschiedenen Industriezweigen, das in der Anstalt adop-tierte Arbeitssystem ist neben den Arbeiten für die Anstaltsbedürf-nisse das piece prize System.

Der Schulunterricht, auf dem im Reformatory grosse Sorgfaltverwendet wird, zielt auf gute Volksschulbildung und möglichst rascheErlernung eines Berufes ab

Der Eifer der Sträflinge wird noch durch eine wahrhaftoriginelle Einrichtung angestachelt. Wöchentlich erscheint in Elmiraunter dem Titel Summary eine ausschliesslich von den Sträflingengeschriebene Zeitung. Diese Zeitung enthält eine den besten ameri-kanischen Blättern entnommene politische Wochenschau; dann kommenNachrichten über das Anstaltsleben, über die im Laufe der Wocheabgehaltenen Konferenzen, über das Resultat angestellter Prüfungen,über Promotionen nach einer höheren oder Degradationen nach einerniederem Klasse, Freisprechung von Sträflingen u s. w.

Seit einem Jahre empfange ich diese merkwürdige Zeitung undmuss gestehen, dass kein französisches oder italienisches litterarischesBlatt so reich an speciellen Notizen über Kriminalistik ist.

Ausser allgemeiner Volksschulbildung erhalten die Sträflingeauch Berufsbildung. Für die verschiedenen Berufsarten sind Lehr-kurse eingerichtet, an denen die Sträflinge mit grossem Interesseteilnehmen.

Der Sträfling erhält an zwei Abenden in der Woche Lehr-stunden in den Berufsfächern, zwei Abende sind dem allgemeinenSchulunterricht gewidmet. Es bleiben also zwei Abende und derSonntag zur Vorbereitung auf die Lehrstunden, zum Aufgaben machen.

Die Versetzung nach der ersten Klasse zieht gewisse Vergünsti-gungen nach sich, besonders bezüglich des Briefschreibens, Besuch-empfangens; auch werden den Sträflingen erster Klasse Bücher zumLesen gewährt, sie dürfen zusammen an einem Tische essen, während