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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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zeug, verunreinigt, soll man es alles womöglich selber wieder inOrdnung bringen lassen, wodurch ihm (zu gleicher Zeit) die Kon-sequenzen seines Fehlers begreiflich gemacht werden. Darumschadet es auch nichts, wenn es sich, nachdem wir es gewarnthaben, einmal leicht verletzt oder verbrennt. "Wenn es unserenBefehlen nicht gehorcht, müssen wir es dadurch strafen, dass wirihm geringere Sympathie bezeugen; wir sollen aber ja nicht in Zorngeraten, weil selbst ein noch so kurzer Zornausbruch stets demVater und dem Kinde schadet: dem Vater, weil er im Grunde jadoch nur einen Rest von Rachegefühl darstellt, und dem Kinde,weil es ihn als ein solches auffasst. und deshalb selber wieder mitRachegedanken darauf reagiert. während eine mit Ruhe erteilteStrafe sehr oft eine nützliche Reaktion hervorruft, sie bewirkt, dasssich der junge Mensch viel eher auf natürliche Weise aus eigenemAntrieb bessert als durch gewaltsame Eingriffe des Erziehers. Diese,wie sie meistens angewandt werden, hindern beim Kinde viel eherdas Zustandekommen einer konstanten Ideenassociation zwischendem Begriff einer schlechten Handlung und dem der Strafe, alsdass sie diese förderten, und darum scheut sich dann der Zögling,sobald der Zügel des Lehrers oder der Eltern nachlässt. nicht mehr,solche Handlungen zu begehen. t

Das ist auch der Grund, warum die Kinder allzusi tenstrengerPersonen, sobald sie erwachsen sind und frei werden, grössereFehler und manchmal sogar Verbrechen begehen.

Diese Gründe fallen doppelt in die "Wagschale, wenn es sichum einen minderjährigen Verbrecher handelt, der an und für sichschon so leicht in Zorn gerät, von Natur rachsüchtig ist. und auchwenn er ganz und gar im Unrecht, die Zurechtweisungen gewaltigübel nimmt. Er neigt schon an und für sich zur Grausamkeit undmuss in den Besserungsanstalten natürlich noch grausamer werden,weil er andere nachzuahmen sucht, durch übles Thun einen gewissenRuhm um sich verbreiten will, und weil eine Reaktion auf dieStrafe seitens des Zöglings in vielen Fällen nur gerecht ist; dennwenn solche Strafen auch durch die Notwendigkeit, eine grosseAnstalt mit einem gewissen militärischen Drill zu leiten. wassich natürlich nicht ohne scharfe Disciplin vollführen lässt be-dingt sind, so stehen sie doch meist zur Schwere oder vielmehrzur Leichtigkeit des Vergehens in gar keinem Verhältnis.

Und wie kann bei einem Kinde Sympathie für den Erziehererwachen, wenn dieser nur ganz flüchtig mit ihm in Berührungkommt und meistens noch dazu fast ausschliesslich bei solchenGelegenheiten, wo er ihm eine Strafe zu erteilen hat? Und wieist es andererseits möglich, dass der Erzieher das Kind Tag fürTag im Auge behält, sodass er seine Gewohnheiten und Neigungen