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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
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Damit würde eine Art von Präventivmitteln geschaffen, die demgesellschaftlichen Organismus nicht schaden, ja zum Teil nützenkönnten. Bei ganz kleinen Kindern konnte man noch edlere nndrascher zum Ziele führende Mittel in Anwendung bringen.

2. Antikriminelle Erziehung. Wenn die Kriminal-

anthropologie viele Präventiv- und Repfessivmittel der alten Systemevermeidet und verwirft, so besitzt sie dafür weit bessere und sichere zu diesen gehören die Verbrecher-Irrenanstalten, die raggeelschools und die Kinder-Arbeitshäuser und besonders" inbetreffder Kinder hat sie eine ganze neue Psychologie aufzuweisen. 1 )

Diese lehrt uns. dass wir uns hinsichtlich der gegenwärtigunter der Jugend so stark verbreiteten Kriminalität über vonKindern begangene verbrecherische Handlungen nicht allzusehr zuentsetzen (und auch nicht allzuharte und strenge Massregeln zu ver-langen) brauchen, wenn diese Handlungen sich bei einem und dem-selben Individuum nicht allzuoft wiederholen, und wenn sie nicht vonden anthropologischen Merkmalen der Kriminalität begleitet werden.

Der Entwicklungsfortschritt zum Guten vollzieht sich beimgesunden Menschen auf jede Weise (ähnlich wie sich die niedrigerenFormen des Fötus umwandeln, wenn er zum Kinde wird) undstellenweise sogar trotz schlechter Erziehung. Natürlich kann einesolche, wenn sie die in der Kindheit stets zur vollen Entfaltungkommenden schlechten Triebe fördert oder nicht zügelt. bewirken,dass diese, statt sich naturgemäss umzuwandeln, stabil bleiben undzur Gewohnheit werden. Dagegen lehrt uns auch Spencer inseinem wundervollen BucheÜber die Erziehung", dass eine all-zustrenge Erziehung ebenso grossen Schaden anrichten kann, weil siedas Kind reizt, statt es von seinem Unrecht zu überzeugen, weil einesolche Erziehung nicht dem natürlichen Instinkt des Kindes folgt, weilsie mehr erhalten will als sie geben kann, weil sie den ungeheuerenEiivfluss der Sympathie ausser acht lässt, der sogar bei uns Erwachsenennoch so stark nachwirkt, dass wir mehr Schmerz darüber empfinden,wenn wir eine uns sympathische, als wenn wir eine uns antipathischePerson gekränkt haben. Dies giebt uns die Mittel an die Hand,die Zurechtweisung auf die mildeste Form zu beschränken, die dafüraber auch die wirksamste, weil der kindlichen Charakteranlage an-gemessenste ist. A\ enn ein Kind z. B. einen wertvollen Gegen-stand verdorben hat, soll man diesen wieder auf seine Kosten an-schaffen, d. h. indem man es ihm an seinen gewohnten Leckerbissenin Abzug bringt, oder wenn es das ganze Haus mit seinem Spiel-

J ) Siehe Lombroso, Uomo delinquente, 1. u. 2. Aufl., IV. Teil; undIncremento del delitto in Italia.