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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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Pferd, zu Wagen, bewegen sich völlig frei unter dem Vorwand, dasssie ihr konzessioniertes Land bebauen oder bei Privatleuten beschäftigtseien. Ja, wir sind vom § 2 des Gesetzes von 1854 weit entfernt!So besteht keine Disciplin, man kann sagen gar keine Strafkolonie mehr.

Anno 1880 kamen nur 640700 Entweichungen vor; 1889hatte die beständige Zahl dieser Fälle 800 erreicht. Die abscheu-lichsten Sträflinge sind keineswegs die am besten überwachten.

Der berüchtigte Bandit Brideau entwich mehrere Male, töteteeine Alte und zerfleischte (frass?) ihr den Busen. Selbst noch unterdem Messer der Guillotine trieb er mit der Gerechtigkeit seinenSpott.Lasst runter!" rief er mit aller Kraft, als er unter demFallbeil lag.

Womit wird man die Übelthäter noch im Zaume halten können,sobald sie einmal merken, dass der Bagno dieses Schreckbildder Strafgesetzbücher nur ein Spass ist?

Vielleicht durch Unterdrückung des Verbrechens auf demDisciplinarwege innerhalb des Bagno selbst?

Sehen wir. wie es mit der Strenge dieser Disciplinarstrafenaussieht: Für hartnäckige Arbeitsweigerung Entziehung des Salärs;für wiederholte (rückfällige) Trunkenheit Einsperren bei Nacht;für Faulheit Doppelschnalle.

Von welcher "Wirksamkeit kann die Entziehung der Löhnungsein? Steht deswegen die Gamelle (Suppennapf) nicht doch stetszur gewohnten Stunde bereit? Und wenn der Sträfling auch ein-mal gerade kein Geld in der Tasche hat, so wird er sich doch beider im Bagno herrschenden allgemeinen Brüderlichkeit der Ver-brecher kaum seine diversen Gläschen zu versagen brauchen.

Der Kriegsrat kann schliesslich auch nichts anderes thun, alsdiese schon auf Lebenszeit verurteilten armen Teufel immer undimmer wieder aufs neue zu verurteilen. Auf diese Weise werdenStrafverlängerungen von 10. 20. 100. ja 200 Jahren Bagno aus-geteilt.

In Noumea kann man Leute antreffen, die schon dreimal zumTode verurteilt und wieder begnadigt worden waren, und die mannun frei herumlaufen lässt.

Im Jahre 1891 wurde ein Sträfling Namens Janicol vomMarinegericht zum Tode verurteilt, der, wenn er alle seine Strafen,zu denen er in der Kolonie verurteilt worden war. hätte absitzenmüssen, erst im Jahre 2036. d. h. nach 145 Jahren, freigekommenwäre! Die Mace. die nach Kaledonien deportiert worden war. weilsie ihre beiden Kinder ermordet hatte, erlangte hier eine Land-konzession, verheiratete sich und hatte nichts Eiligeres zu thun. alsihr neues Kind wiederum zu töten. Einem alten Topfwaren-fabrikanten in Bourail. der wegen Schändung seiner älteren Tochter