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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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Achtundvierzig Stunden nach der Hochzeit wurde dieser um2 Uhr nachmittags arretiert, als er eben im Begriffe stand, seinerjungen Ehehälfte mit grösster Ruhe die Kehle durchzuschneiden.Durch die Dazwischenkunft der Polizisten wurde das Verbrechenverhindert. Der Ehemann erhielt indessen nur eine kurze Freiheits-strafe von einigen Tagen, denn, da er den Mordversuch vor derHausthür eines Beamten gemacht hatte, von dem seine Frau ebengekommen war, wurde die Sache vertuscht, und die jungen Eheleutesöhnten sich auf höheren Befehl wieder miteinander aus. Kurz da-rauf aber entfloh die Frau, um von ihrem Manne nicht ermordetzu werden. Der Mann rächte sich dadurch, dass er das Haus inBrand steckte und das Weite suchte. Zu seinem Vergnügen zündeter nun alle Häuser der Deportierten an."

Ein anderes Beispiel: Helene Masse, die zu Gefängnis ver-urteilt war, heiratete den Belgassem Mohamed, der zur Zwangsarbeitverurteilt war, weil er in Algier seine erste Frau ermordet hatte."

Da er auf eine Pensionärin des Klosters von Bourail eifer-süchtig war, besann er sich nicht lange und tötete die Helene Masse. 1 '

In der schönen Monographie Travaux forces fin de siecles(Nonvelle Revue, 1890) beschreibt ein anonymer Menschenfreundeinen andern Fall.

Der Zuchthäusler, der mitten in der Strafkolonie sich in legi-timer zweiter Ebe mit einer Kindsmörderin und Brandstifterin ver-heiratete, war ein gewisser Devillepoix, der von den Geschworenender Seine inferieure zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteiltworden war, und zwar wegen folgender vier eingestandenen undbewiesenen Hauptanklagepunkte:

1) Gewaltsamer Angriff aivf die Sittlichkeit eines 14jährigenDienstmädchens.

2) Vorsätzlicher Totschlag nach diesem Angriff.

3) Ein zweiter, gleich nach dem ersten begangener Mord.

4) Ein neues versuchtes oder vollzogenes gewaltsames Sittlich-keitsattentat.

Es handelt sich hier also um einen Zuchthäusler im eigentlichenSinne des Wortes, um den klassischen Zuchthäusler, für den ebenjene repressiven Gesetze, welche die Gesellschaft schützen sollen,geschaffen sind.

Und gerade aus diesen Geschöpfen, die ein Schrecken und eineSchande für das Menschengeschlecht sind, wählt die Strafverwaltungihre Kolonisatoren, unter dem Vorwand, mit solchen UnglücklichenKulturversuche anzustellen, oder durch sie eine Erhöhung ihrerfinanziellen Einkünfte zu erstreben.

Um eine moralische Besserung der Verurteilten zu erwirken,