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hatten, ergriff, um sie wie ekelhafte Wanzen zwischen zwei Blätterndes Gesetzbuches zu zerquetschen, die man ihnen vorher nie zulesen gegeben hatte."
..Im heutigen Gefängniswesen zielt alles nur darauf ab, dasIndividuum unterzukriegen, seine Denkfähigkeit zu vernichten, seineWillenskraft zu verflachen. Die Einförmigkeit der Hausordnung,die alle „Subjekte" nach einer Form zu modeln sucht, die berech-nete Strenge, die Regelmässigkeit einer klösterlich eingerichtetenLebensweise, in der auch nicht das mindeste unberücksichtigt bleibt,das Verbot, ausser dem kurzen und banalen monatlichen Brief mitder Aussenwelt irgendwelche Beziehungen zu unterhalten, alles,alles, bis zu jenen stumpfsinnigen und den Menschen zum Tier er-niedrigenden Spaziergängen im Gänsemarsch, hat nur den Zweck,den Sträfling zu einer Maschine, zu einem gedankenlos handelndenAutomaten zu machen."
„Man stelle sich die Sache nur einmal richtig vor: einigeim höheren Zuchthauspersonal leider nur allzuselten vorkommendenrühmlichen Ausnahmen abgerechnet erblickt fast jeder Gefängnis-diroktor sein Ideal in dem sogenannten ..gutartigen Sträfling", d. h.in dem Rückfälligen, dem Veteranen, dem ..Abonnierten", den mannicht mehr erst zu erziehen braucht und dessen schon früher er-worbene Gefügigkeit die Ruhe verbürgt. Zu dieser Kategorie ge-hört der erste Buchhalter von Glairvaux. dessen ebenso fabelhafteals lehrreiche Geschichte ich erzählt habe! Natürlich kommen auchgerade dieser Sorte von Leuten vorzüglich alle Vergünstigungenzu gute, sie sind es, denen sich die allgemeine Milde und — Sym-pathie zuwendet."
„Unglücklicherweise wird aber dieser „gutartige Sträfling" -wie man ihn so gerne nennt — bei dieser Behandlungsweise eben-sowenig den Einflüssen seiner Kameraden, der geborenen Verbrecherund berufsmässigen Übelthäter, als den seiner Wärter und Aufseherzu widerstehen vermögen und wird allen Versuchungen, ungesundenAnstiftungen, einem verlockenden imerlaubten Vorteil und dembösen Beispiel ebenso gelehrig folgen wie der Disciplin."
„Er kann eben nur noch gehorchen .... wem, ist ganzgleichgültig! Er hat jeden Halt, jedes Ehrgefühl verloren! Er istnur noch wie eine weiche Masse, die jeden Eindruck willig auf-nimmt. Weil er gewohnt ist, „seinen Tisch gedeckt zu finden",sich führen zu lassen, wie eine Maschine oder ein Lasttier undnur immer das zu thun, ifas ihm gerade aufgetragen wird, so ver-liert er nach und nach alle diejenigen Eigenschaften, die das Indi-viduum unumgänglich notwendig braucht, um im Kampf ums Daseinnicht erdrückt zu werden."
„Der einzige Reiz, das einzige Stimulans, das ihm noch ge-