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seinen Reden beobachten. Wenn man ihm eine gute Cigarre giebt,schwindet sofort all sein Kummer Seine Intelligenz ist sehr ge-weckt, er spricht italienisch, englisch, portugiesisch; auch hatte erfrüher in all seinen Unternehmungen Glück; er konnte sich aberniemals auf eine einzige Sache beschränken. Als Kaxifmann weisser.nichts Besseres zu thun, als seinen Verdienst auf möglichst ange-nehme "Weise durchzubringen Auch bei der Ausführung seinesVerbrechens — obgleich dieses erwiesenermassen vorbedacht war —verlässt ihn seine Leichtfertigkeit nicht.
Wenn man alle Einzelheiten des Mordes und der Vorbereitungverfolgt, so zeigt sich in allem eine grosse Inkonsequenz, welcheschon die Untersuchungsrichter in Erstaunen setzte.
Ein merkwürdiges Zusammentreffen verschiedener Umständehat den Glauben erweckt, dass der Thäter ein äusserst gewandterVerbrecher sei. Das ist ganz und gar nicht der Fall.
Eyraud hat geradezu unbegreifliche Unvorsichtigkeiten begangen.Als er in Lyon mit Gabriele Bompard allein im Wagen sass undden Leichnam Gouffes mit sich führte, benahm er sich wie einer,der nicht recht bei Verstand ist. Er lud den Leichnam an einemOrte ab, wo stets eine Menge Leute vorbeigehen.
Vom geborenen Verbrecher hat er die moralische Unempfind-lichkeit, jene Gleichgiltigkeit für das Leben seiner Mitmenschen,jene kalte Grausamkeit beim Verbrechen, das er sicherlich in Amerikagegen Herrn Garanger zu erneuern gedachte.
Alles in allem haben wir in ihm einen Wüstling, einen ver-brecherisch beanlagten Menschen, der. von seinen ewigen Weiber-gedanken und Liebschaften gehetzt, zum GeAVohnheitsverbrecherwurde. Ich bin davon überzeugt, dass er ohne Gabriele Bompardein einfacher Schwindler und Betrüger geblieben wäre.
Man sieht daraus, dass Eyrauds physiognomische Merkmaledurchaus seinen psychischen Eigenschaften entsprechen.
Dass bei Eyraud jede erbliche Belastung fehlte, bestärkt michin meiner Ansicht, die aber dennoch nicht auf absolute GewissheitAnspruch machen kann, da jede funktionelle Untersuchung fehlte.
8. Bompard. — Im Gegensatz dazu zeigt Gabriele Bompardnach der mir vorliegenden Photographie (Fig. 34) und den präch-tigen Gutachten von Brouardel, Ballet und Motet 1 ) alle Merk-male der geborenen Verbrecherin. obgleich diese Degenerations-zeichen besonders beim weiblichen Geschlecht sehr selten sind.
Ihre Statur misst 1.46 m; die Entwicklung der Hüften undBrüste ist rudimentär, und sie hat ein so männliches Aussehen, dass
J ) Archives (Vanthropologie criminelle. — Lyon, 1891.