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Tm Gefängnis benahm er sich gleich von dem ersten Tage anmit äusserster Umsichtigkeit, die er unter grosser, aber wahrschein-lich nur geheuchelter Heftigkeit zu verbergen suchte. Er wolltesich nicht photographieren lassen, wollte nicht sprechen, nichtessen, zu gleicher Zeit aber Hess er mich rufen und teilte mir mit.er habe die Speisen zu essen sich geweigert, weil er glaube, dassvon seinen Feinden oder seiner Geliebten herrührendes Gift darinsei. Und als ich dadurch auf die Vermutung gebracht wurde, dassSimulation vorliegen könnte, und ihm in's Gesicht sagte, dass ersimuliere, und dass ich ihm kein AVort glauben würde, geriet erin Zorn und wollte von anderen Ärzten untersucht werden. Erfuhr fort die Nahrung zurückzuweisen, aber nur einen Tag um denanderen; wenn er ein oder zwei Tage dieses Spiel getrieben, soass er sich plötzlich wieder zum Platzen voll. Als ich ihm unterder Hand im Vertrauen sagen Hess, man gehe damit um, ihn nurauf reines Wasser zu setzen, war er ziemlich erstaunt und betrübt;zwei Nächte brachte er schlaflos und unter stetem Schreien zu,doch tags darauf schlief er sehr gut. beeilte sich aber mir zusagen, dass er kein Auge zugethan habe.
Am 18. März schien er von einem AnfaU von Tobsucht er-griffen zu sein: während er spazieren geführt wurde, sprang er aufdie Umfassungsmauer und begann zu heulen und die Arbeiter an-zurufen, dass sie ihn befreien möchten, weil man ihn vergiftenwolle, dabei bedrohte er die Wächter und die Mitgefangenen mitSteinen.
Dabei war aber seine Körpertemperatur nicht höher als 37,6gestiegen; der Urin, der bei Tobsuchtsanfällen gewöhnlich an Vo-lumen abnimmt, dunklere Färbung zeigt und schwerer erscheint,zeigte sein gewöhnliches Volumen und geringes specifischos Gewicht(1025) und gar keine andere Färbung, als er zuvor gehabt. Alser in seine Zelle zurückgeführt wurde, ass er schnell; er sprachnoch am selben Tage und tags darauf mit grosser Klarheit mitmir über seine Chancen vor Gericht. „Er habe nicht mehr nötig,die Strafe in contumacia zu verbüssen. man habe höchstens eineBörse bei ihm gefunden, und nicht einmal das könne man ihm be-weisen;" das vermischte er alles mit seinen gewohnten Tiradenüber Vei-giftung. seine Feinde, wobei er noch behauptete, „er seizum Tode verurteilt, und fragte, ob dies derTag seinerHinrichtungsei."
Er schrieb Briefe an den Bichter. den Staatsanwalt, aberweder die Kalligraphie, noch Orthographie, noch der Inhalt zeigtenden speeifischen Charakter der Monomanen oder der Tobsüchtigen,es fanden sich weder die der Druckschrift ähnlichen Buchstaben,noch die eigentümlichen Schnörkel, noch Konfusion der Schrift-zeichen.