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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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lassen, dafür aber schwerer auf den weniger gefährlichen, aber zahl-reicheren und deshalb lukrativeren.

2. Das politische Verbrechen. Wer kennt nicht dieunter den Strafrechtslehrern herrschende Unsicherheit inbetreff despolitischen Verbrechens, die bei den Modernsten manchmal biszur Negierung der kriminellen Natur dieser Verbrechen geht?Dieses Problem löst die Kriminalanthropologie. Der Ausgangs- undGrundgedanke des Delitto politico e le revoluzioni von C. Lombrosound Laschi welche Schrift zur Lösung der Frage beitrugbesteht darin, dass die Basis derartiger Verbrechen im Gesetz derTrägheit gesucht werden müsse, das die unorganische und organische"Welt beherrscht, wo die Fortschritte, die uns mehr überraschenund schwindeln macheu. niemals mit einem Ruck, gleichsam durcheinen Schöpfungssprung, plötzlich sondern ganz langsam unddurch stufenweise Umwandlungen erreicht wurden; und das nochweit sichtbarer in der moralischen "Welt herrscht, wo es sich durchjenen Hass des Neuen, jenen Misoneismus, wie ich es nennenmöchte, äussert, der gleichzeitig sein Anzeigen und sein Massstab ist..

Vom Wilden, dessen Gehirn ermüdet, sobald er eine neueErscheinung in sich verarbeiten soll, bis zum Kinde, das zornig'wird und weint, wenn es nicht sein altgewohntes Bild zu sehenoder seine altgewohnte Geschichte stets mit den gleichen Wortenund Wendungen zu hören bekommt; vom Weibe, das zäher alsder Mann an alten Gewohnheiten hängt, bis zum modernsten Uni-versitätsprofessor, der trotz aller Bildung und trotz dem hohen Gradder Vollkommenheit, den er erreicht hat, sich jeder neuen Ent-deckung gegenüber ungläubig zeigt, herrscht der Misoneismusüber alle und überall, in Sitten und Religon, in Moral und Wissen-schaft, in Kunst und Politik.

Dieses allgemein verbreitete Gefühl bewirkt, dass ein Neuererauf seinem Wege nur Gegner findet. Die Menge, die nicht ausihrer Atmosphäre herausgerissen sein will, lacht ihn aus oder schimpftauf ihn. Harwey. der sich durch die Entdeckung des Blutumlaufesunsterblich gemacht hat, erzählt in seinen Memoiren: als er esnach dieser Entdeckung gewagt habe, sich gegen die Autorität derAlten aufzulehnen, sei er als ein tollkühner Mensch angesehen undweit. weniger konsultiert worden als früher.

Aber nicht nur die blöde Menge, sondern auch die Mehrzahlder Gebildeten hasst den Neuerer. Die Universitäten dieseletzten Burgen und Zufluchtsstätten der Ideen und Liebhabereienvergangener Zeiten weisen die wahrhaft wissenschaftlichenForscher zurück.

Ja sogar die genialen Forscher selber verteidigen als echte