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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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Der dämmerhafte Zustand, der einer Reihe schwacher konti-nuierlichor psychischer Anfälle entspricht und bei Epileptikern eineArt zweiten Lebenszustand bildet, fand sich bei sechs der unter-suchten Individuen; bei einem manifestierte er sich durch ein sehrstarkes Reisefieber.

In allen untersuchten Fällen stiess der Autor auf jenen speziellen,allen typischen Epileptikern eigentümlichen Charakter, der sichhauptsächlich in grossem Egoismus und grosser Reizbarkeit äussertund oft noch mit Imbecillität verbunden ist.

Alle zeigten Amnesie (Gedächtnisschwäche Erlöschen desErinnerungsvermögens); einige partielle -Amnesie; zwei verspäteteoder nach dem Verbrechen eintretende Amnesie, wodurch sich diemerkwürdigen Verschiedenheiten der gleich nach dem Verbrechenund der erst später während der Voruntersuchung oder in derGerichtsverhandlung gemachten Aussagen erklären, die für Simu-lationen gehalten wurden.

In allen untersuchten Fällen war der moralische Sinn schwachoder fehlte ganz, und zwar hielt diese Beschränkung mit der andererspezieller Sinne gleichen Schritt. Je weniger gut die einzelnenSinne entwickelt waren, um so beschränkter zeigte sich auch dermoralische Sinn: die einzige Ausnahme bildet das Gesicht (Seh-vermögen).

Bei allen war der psychische Anfall mehr oder weniger voll-ständig, mehr oder weniger intensiv. Während sich aber bei 5 derepileptische Zustand durch Körperverletzungen, ja durch Mordthatenvon äusserster Wildheit äusserte, machte sich bei anderen 5 derkrampfartige Zustand der Gehirnrinde durch Anschläge gegen daseigene Leben, gegen das Eigentum oder die Schamhaftigkeit Luft.Ferner ist zu bemerken, dass gerade diejenigen Epileptiker, welchein ihren Anfällen die grausamsten Handlungen begingen, auch dieausgesprochensten, anatomischen und funktionellen Degenerations-zeichen, wie sie den eigentlichen Verbrechern eigen, aufzuweisenhatten.

Die psychische Epilepsie äussert sich demnach durch ver-brecherische Handlungen, hauptsächlich aber bei denen, die von Ge-burt an am meisten dazu beanlagt sind, dies heisst, die stärkereDegenerationszeichen aufzuweisen haben; eine Thatsache, die meineTheorie vom epileptischen Ursprung des Verbrechens ergänzt undbekräftigt.

5. Somatische Epilepsie. Tonnini (Le epilessi, Turin.Bocca, 1890) unterscheidet, teilt die Epilepsieen in jacksonsche odersubpartielle, partielle (motorische, sensorische und psychische), ge-mischte (psychomotorische, sensomotorische und psychosensorische)