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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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Castell dell'Ovo. den 21. Juni (1 Uhr morgens),.Herzensmütterchen.

..Ich meld' Euch, dass ich gesund bin, und hoffe dasselbe vonEuch und der ganzen Familie. Ich meld' Euch, dass meine Ver-urteilung sehi' schlimm war; sobald ich das Urteil erfahren hatte,Hess ich den Pater holen, 1 ) um zu beichten; er kam und fand michin meiner Zelle; ich hab ihn mit aufrichtigem Herzen empfangen.Seine Gnaden, der Erzbischof von Neapel hat beim König Umberto I.,König von Italien, meine Begnadigung nachgesucht, vir erwartendie Begnadigung jeden Augenblick, so Gott will. 2 )"

..Teure Mutter, sucht guten Mutes (allegri, fröhlich) zu sein 3 ),wenn schon mein Unglück sich also wendet; ich bin wie ein Schiff-lein, das mitten auf dem Meere treibt und jeden Augenblick unter-gehen kann."

,.Der Kardinal von Neapel hat mir sechs MedailLen geschickt;so Gott will, kann ich sie Euch senden: eine ist für meine SchwesterEmilia. die andere für meinen Bruder Cosimo. eine andere fürmeinen Bruder Michele. die andere für meinen Bruder Pierantonio(Peter-Anton). Und eine schicke ich s*on ganzem Herzen meinem

Non ieppi iurni d'allegrizza mai.Allura finirannu le mie guaiQuannu nie canterannu requiem für'

Giacchie lu mali miu fu tantu grandi,Ninuzza, nci vedimmo all'autru rnundu",

(In freier Obersetzung um die Dialektfärbung zu wahren,ist ebenfalls ein deutscher Volksdialekt angewandt würden dieVerse ungefähr so lauten:

I bi uf d' "Welt cho as en Unglickschind,Han allewil nur Pech und Unglick ghä,I ha nie gewisst, was frohi Zite sind,Und glaub nit, dass i vorher Fride find,Bis dass si 's Requiem mer stimmen ä.

Will mini Lide gar so gross gsi sind,Ninettli, gsehn mer in dr andere Welt is wider.(Palimsesti del carcere. S. 111.)

') Mit der Todesfurcht drängen sich die religiösen Ideen wieder mehrin den Vordergrund.

-) Hier zeigt sich die Hoffnung auf Begnadigung und die Eitelkeit. Alle Personen, die sich für ihn in irgend einer Weise interessieren, führter sorgfältig und umständlich auf.

3 ) Hier haben wir wieder die übertriebene deplacierte Fröhlichkeit, vonder wir schon gesprochen, wo, im Hinblick auf den Tod, eher ein traurigerTon angeschlagen seih sollte.