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Zeit in Mazas oder anderswo eingesperrt war, so wird er änalge-sisch, und schliesslich, wenn man ihn zur Zeit untersucht, wo ervor den Assisen erscheint, zeigt sich eine normale Sensibilität beiihm. Diese Beobachtungen könnten von grosser "Wichtigkeit sein,aber sie müssten durch direkte Untersuchungen genauer präcisiertund ziffermässig belegt werden, wie es die moderne Klinik fordert.
Meinerseits bemerke ich, dass Rossi in der Centuria delcriminäli 1888 seine Untersuchungen an hundert freien Verbrechernveröffentlicht hat. die er in der Ambulanz -meiner psychiatrischenKlinik studiert hatte. In diesen Fällen haben wir nun keine normaleSensibilität beobachtet; im Gegenteil 50% zeigten Obtusität desTastgefühls an der Zunge, 30.3 % an deii Fingern der linken Hand.Schliesslich zeigten 15°/ 0 vollständige Analgesie. Mit meinem elek-trischen Algometer stellte sich bei 30% Obtusität der topo-graphischen Sensibilität heraus. Diese Daten sind von grosserWichtigkeit, weil sie individuell und an freien Individuen aufge-nommen sind.
In zwei Fällen habe ich auch bei Insassen des Zellengefäng-nisses bemerkt, dass die Tastempfindung von einem Tag zum andernwechselte; und zwar bei zwei Weibern, bei einer Diebin, die An-fällen von akutem Wahnsinn unterworfen war, in den ersten Tagendes Anfalls, und bei einer Verbrecherin aus Leidenschaft (Mörderin)am dritten Tage nach der That.
6. Id. — V. Laurent (Les liabitues des prlsons de Paris enrapport ä l'anthropologie criminelle, Lyon 1890, Arcliivio cli psich.,Bd. XII. S. 356) glaubt nicht an die Analgesie; er sagt, dass sienur in seltenen Ausnahmefällen vorkomme. Und dies behauptet er,ohne sich dabei auf Versuche zu stützen, sondern nur so obenhin,indem er darauf hinweist, dass er sehr viele vor operativen Ein-griffen furchtsam und verzagt gesehen habe. Aber dies beweist garnichts gegen die Schmerzunempfindlichkeit. Das Famose dabei ist,dass er selber einige typische Fälle von Analgesie citiert, wie derauf Seite 173. und schliesslich, wo er von den Simulanten spricht, 15Individuen anführt, die sich Schwefelsäure auf die Hände gössen,um Brandwunden zu erzeugen, oder sich Kontusionen am Knie bei-brachten, um Hydrarthrosis hervorzurufen.
..Eine oft von ihnen angewandte Schwindelei ist folgende: Der„Gefangene verbirgt in seiner Zelle, gewöhnlich in der Vorrichtung,„die als Abtritt dient, ein Stück Fleisch, das er einige Tage lang„faulen lässt. Dann macht er sich mit einer irritierenden Substanz,„die er sich zu verschaffen weiss, Friktionen an den Armen. Da-„nach befestigt er das faulende Stück Fleisch mit einem eng an-