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Auf Befragen erklärte B,., dass er mit 13 Jahren zu mastur-bieren und mit 15 Jahren Frauen zu gebrauchen angefangen habe.Er erklärte ferner, dass er die Weiber und den Wein liebe, letzterenaber ganz besonders. Dagegen leugnet er das ihm zur Last gelegteVerbrechen (Notzucht), indem er erzählte, dass er mit Mutter undTochter zusammen in gleichem Bette geschlafen und bald die eine,bald die andere gebraucht habe, ohne jemals Gewalt zu üben; übrigenshabe er mit der Tochter nur dann zu schaffen gehabt, wenn dieMutter des Morgens in die Küche hinausgegangen sei, um den Kaffeezu kochen. Seine Tättowierungen erweisen indessen zur Evidenz,dass er wohl fähig wäre, ein sinnliches Verbrechen zu begehen, undkönnen so als ein neues und sehr wichtiges Wahrzeichen dienen.
2. Minderjährige. - Unter 170 Zöglingen der Besserungs-anstalt B. Casa di Custodia in Bologna, schreibt Gurrieri (Archiviodi psichiatria,~XAI., S. 434), fanden sich 56 Tättowierte, also 31,76%.
Bei allen sind die tättowierten Zeichnungen gut erhalten, ausserbei zweien, bei denen sie etwas verblasst sind.
Ein wegen Widersetzlichkeit gegen die Staatsgewalt verur-teilter Venetianer trägt auf dem linken Arm die Worte ÄTenegon eMorte cd fratello; auf der Brust eine Hand, einen Anker, zweimaldie Silbe Giu und andere unentzifferbare Zeichen.
Wenn wir diese jungen Leute nach der Art ihres Vergehens,für welches sie verurteilt wurden, einteilen, so erhalten wir: Wider-setzlichkeit gegen die Staatsgewalt 1 — Arbeitsscheu und Vaga-bundentum 2 — blutige Vergehen 3 — Diebstahl 34 — ohne be-sondere Bezeichnung der verübten Vergehen 14.
3. Tättowierungen in der „Mala Vita." — Von 179 An-hängern der „Mala Vita", die Veranlassung zu dem berühmtenCamorristenprozess von Bari (Arch. di psich., XII, S. 578) gab,waren 70 tätowiert. Die Tättowierungen, von denen in diesemProzess viel die Rede war, waren teils in d«n Gefängnissen, teilsausserhalb derselben in der Barbierstube eines gewissen Luigi Stram-belli eingeritzt worden.
Viele Tättowierungen bestehen lediglich aus Kreuzen und An-fangsbuchstaben.
Sehr häufig erscheinen auch Waffen, Säbel, Schwerter, Revolver,Frauenköpfe, überhaupt menschliche Figuren.
Ein Angeklagter trägt auf der BrustdieNamen-F«>!e/7£ Andrea undAndrea Binaldi (ein Haupt der Bande), einen Stern und zwischenbeiden Namen eine Sonne. Herzen, Schlangen, antike Kriegerköpfe,Blumenvasen fehlen ebenfalls nicht. Handelt es sich dabei um eine