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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
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kann eigentlich nur aus einem synthetischen Studium der einzelnenCharaktermorkmale klar hervorgehen.

Wir reden von einem vollständigen Typus, wenn vier undmehr Degenerationszeichen auf einem Individuum vereinigt sind,von einem Halbtypus bei Vereinigung von wenigstens dreiDegenerationszeichen. Null-Typus bei Vorhandensein von nur eineroder zwei physischen Anomalien, oder wenn jedes Merkmal fehlt.

Von den untersuchten Verbrecherinnen waren 52 Piemontesinnenaus dem Turiner Zellengefängnis und 234 Verurteilte der weiblichenStrafanstalt, die verschiedenen italienischen Provinzen, besondersden südlichen entstammten; deshalb haben wir bei diesen diejenigenMerkmale nicht in Anrechnung gebracht, die dem ethnologischenCharakter des Landes, denen sie angehören, entsprechen; so dieBrachycephalie bei den Piemontesinnen, die Dolychocephalie beiden Sardinierinnen, die Oxycephalie, Stenokrotaphie bei den ausden südlichen Provinzen Stammenden, u. s. w.

Wir haben auch die schon früher in ihren einzelnen charakte-ristischen Merkmalen studierten 150 Prostituierten auf den Typushin untersucht.

Ebenso suchten wir die Daten von Mar.ro, der Tarnowskyund von Grimaldi nach derselben Klassifikation zusammen zustellen, um die erhaltenen Resultate untereinander zu vergleichen.

Ein Blick auf Tabelle V muss bezüglich der Übereinstimmungder Resultate geradezu in Erstaunen setzen. Die von uns zuletztim Arbeitshause Untersuchten stimmen sehr wohl mit den in denGefängnissen Studierten überein; ja, wenn man bedenkt, wie ver-schiedenartig und wandelbar ein und derselbe Charakterzug von ver-schiedenen Forschern aufgefasst werden kann, so weichen auch dieerhaltenen Resultate nicht sehr von den aus den vorangegangenenBeobachtungen abgeleiteten Durchschnittszahlen ab.

Aus dieser Zusammenstellung geht hervor:

1) Das seltene Vorkommen des Verbrechertypus beim weib-lichen Vorbrechergeschlocht im Vergleich zum männlichen; beiunserer homogenen Gruppe (286) zeigt er sich im Verhälnis zu 14%,und wenn wir alle anderen Beobachtungen in Anrechnung bringen,so steigt er bis auf 18%. bleibt also immer hinter der für denmännlichen Verbrecher geltenden Durchschnittszahl von 31% zurück;aiich ist der Unterschied des Typus bei der normalen Frau be-merkenswert, wo sich nur 2% finden.

2) Für das Fehlen des Typus herrscht bei allen Forscherneine wunderbare Einstimmigkeit; in der That geht aus den Be-obachtungen Marros das Fehlen des Typus bei 58,7%, aus denender Tarnowsky bei 55%, aus den von uns Untersuchten desArbeitshauses bei 55.9%, aus den im Gefängnis Untersuchten bei