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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
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Gespaltenes Ohrläppchen (Coloboma lobuli). Das Ohr-läppchen kann durch eine angeborene Furche, die der durch dasTragen von Ohrringen entstehenden völlig analog ist, vollständigin zwei Teile gespalten werden. Dieses Colobom des Ohrläppchenswar in jüngster Zeit Gegenstand eifriger Forschungen und Dis-kussionen, da einige darin einen sprechenden Beweis erblickenwollten, dass acquirierte Läsionen sich vererben können.

Schmidt beschrieb den Fall eines Knaben, der am unterenRand des linken Ohrläppchens einen Riss hatte, so dass dasOhrläppchen in zwei Teile geteilt war. Auch die Mutter hatteeinen ganz gleichen Defekt, ebenfalls am linken Ohre. DieserDefekt war indessen bei ihr nicht angeboren, sondern durch eineLäsion entstanden; die Mutter erinnerte sich genau, dass ihr alsachtjähriges Kind beim Spiel von einer Gespielin das linke Ohrzerrissen worden. Das Band zwischen dem Loch für den Ohr-ring und dem unteren Rand des Läppchens riss, und die Ränderder Wunde schlössen sich auch in der Folgezeit nicht wieder,so dass sie, um den Ohrring tragen zu können, das hintere Seg-ment des auf diese Weise geteilten Ohrläppchen nochmals hattedurchbohren lassen müssen.

Schmidt neigt zu der Ansicht, dass es sich in diesem Falleum erbliche Übertragung einer acquirierten persönlichen Eigen-tümlichkeit handle.

Ornstein. der einen ganz ähnlichen Fall publizierte, stimmtedieser Meinung bei.

Israel betrachtet das angeborene Colobom des Ohrläppchensals Resultat einer Entwickelungsanomalie, und von Swiocickistimmt ihm in einer unlängst erschienenen Arbeit bei.

Jedenfalls muss das Coloboma lobuli als eine seltene Ano-malie betrachtet werden. Gradenigo hat nur einen Fall davon.linksseitig, bei einer Verbrecherin beobachtet. Das Ohrläppchenwar bei dieser in zwei Portionen, eine grössere hintere und einekleine vordere geteilt. Der Riss unterschied sich wesentlich voneinem acquirierten: es war eigentlich weniger ein einfacher Rissals ein Einschnitt in Gestalt eines spitzen Winkels, der nachnuten und ein klein wenig nach vorn zu offen war. Das vonIsrael signalisierte Knötchen war nicht zu bemerken-. Das rechteOhr war normal.

Verlängerung der Fossa scaphdklea auf dem Ohrläppchen. Bekanntlich endet an wohlgebildeten Ohrmuscheln die Fossaseapho'ideä unten in mehr oder weniger markierter Weise auf derHöhe des Tragus; manchmal aber setzt sie sich auch auf demOhrläppchen noch fort. Dies findet oft bei den einfach ange-wachsenen oder auf der Wange verlängerten Ohrläppchen statt.