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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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und hochgradige Asymmetrie; Betrüger und Diebe zeigen stärkerentwickelte Gesichtsknochen.

Schlussfolgerung: die Messungsergebnisse und die wahrhaftimponierende Zahl der Anomalien zeugen für die Existenz desVerbrechertypus; ferner erweist die ansehnliche Zahl der an derSchädelbasis und im Innern der Schädelhöhle aufgefundenen Ano-malien, dass man das Vorhandensein von Anomalien bei Verbrechern,selbst wenn sich zufällig keine solchen auf ihrem Gesichte nach-weisen lassen, nur mit äusserster Vorsicht leugnen darf, da sichsolche Anomalien, wie die Untersuchung post mortem zeigt, sehrwohl au Stellen finden können, die der Untersuchung am lebendenMenschen unzugänglich sind.

4. Accessori'sche Knochen. Die Doctoren S. Bianchiund F. Mar im ö (Le ossa accessorie nel cranio degli alienati e cleidelinquenti, Parma, Battei, 1890) haben an 1019 Schädeln "Wahn-sinniger aus der Irrenanstalt von Reggio (466 Männer und 553Weiber) das häufige Vorkommen accessorischer Schädelknochen undzwar bezüglich des Geschlechts der Kranken und der Krankheits-form untersucht. Von den oberen accessorischen Knochen fandensich Interparietalknochen (0.78 °/ 0 ; bei Normalen 0.5 °/ 0 ) und Fronto-parietalknochen (0.58 %; bei Normalen 0.49 %) nur um ein gerin-ges häufiger. Praeinterparietalknochen sogar etwas weniger häufig(1,76%; bei Kormalen 3.3%) als bei Normalen; sie kommen häu-figer beim männlichen als beim weiblichen Geschlecht vor undzwar mehr bei den psychoneurotischen, als bei den degencrativenKrankheitsformen. Deshalb kann man diese Bildungen, wenn sieauch an und für sich einen Bückschlag bedeuten, doch keineswegsals wichtige, für eine gegebene Geisteskrankheit prädisponierendeoder diese begleitende Degenerationszeichen ansprechen. Dieunteren accessorischen Knochen sind dagegen beim weiblichen Ge-schlecht viel häufiger als beim männlichen; ferner treten sie etwashäufiger bei den degenerativen als bei psychoneurotischen Krank-heitsformen, und häufiger bei Normalen (52% Lombroso) als beiGeisteskranken (37.35 %) auf; daraus Hesse sich eher auf eine ge-wisse Superiorität schliessen.

Ferner untersuchten sie den Zeitpunkt und die Art der Syno-stose der Schädelnähte bei Verbrechern; von Schädeln, die Indivi-duen unter vierzig Jahren angehörten, wa,v sie an einem einzigenbereits eingetreten, und bei dreien (Frauenschänder, Dieb, Mörder)begann sie ausnahmsweise an der äusseren Lamelle, wie bei denSäugern. Der Beginn der Schädelsynostose tritt bei Verbrechernfrühzeitiger ein. Persistenz der mittleren Stirnnaht fand sich beimehr als 10%. Die Häufigkeit accessorischer Knochen steht bei