2) Schliessung der Nähte. — Die Nähte der Schädclwölbungwaren noch gut erkennbar bei 8 Ton 12 jungen Orangs und beizwei gleichfalls jungen Schimpansen; alsdann waren an einigen vonden Schädeln (3 Orangs und 1 Schimpanse) die basalen und dieoberen Occipitalnähte noch wohl erkennbar. Bei 3 von 16 ausge-wachsenen Orang-Schädeln, bei 1 ausgewachsenen Gorilla und 1 ehernoch jungen Hylobates waren die Nähte der Wölbung noch erkenn-bar. Nur die Kranznaht und die Tempore-occipito-parietal-Nahtzeigten sich gut erkennbar bei 7 jungen Orangs, bei 5 ausgewach-senen Orangs und bei 1 jungen Gorilla. Völlige Schliessung sämt-licher Nähte fand sich nur bei wenigen Individuen: bei 6 ausge-wachsenen alten Orangs, 2 ausgewachsenen Gorillas, 3 ausgewachsenenHylobates. Im allgemeinen wurde beobachtet, dass sich die Sagittal-naht zuerst schliesst, dann folgen die Lambdoidealnaht und dieKranznaht, zuletzt die Temporo-occipito-pariotal-Naht.
3) Einfachheit der gezahnten Nähte. — Die Einfachheit dergezahnten Nähte beobachtete der Forscher an 18 von 26 Antro-poidenschädeln, bei denen die gezahnten Nähte noch erkennbarwaren: vornehmlich an 4 Schädeln (1 auf jede Species) wurden diegezahnten Nähte nur durch fast gerade verlaufende oder höchstensleicht wellenförmige Linien angedeutet. Bei anderen Schädeln zeigtensie sich weniger einförmig, nur bei 3 erschienen sie sehr dicht undcomplex.
4) Wormianische Knochen. — Sie fanden sich sehr häufig,und zwar an 21 von 26 Schädeln, bei denen die Synostose nochnicht sehr fortgeschritten war. Am häufigsten zeigten sie sich imOccipito-temporo-parietalwinkel, und zwar bei 13 Schädeln; imLambda fanden sie sich bei 4 Schädeln. An Form und Volumenvariierten sie zwischen einer Linse und einem Soldo (fünf Centimes-Stück) oder einem Quadratcentimeter. Bei dem Schädel des aus-gewachsenen Orang war ein voluminöser Interparietalknochen zuverzeichnen.
5) Medianes Hinterliauptgrübchen. — Das Vorhandensein einesgut ausgeprägten Hinterhauptgrübchens war bei 2 Orang-Schädelnzu verzeichnen; bei 6 anderen Orangschädeln fand es sich als eineEindrückung gegen den Band des Foramen occipitale angedeutet.Ferner zeigte sich das Grübchen bei 5 von den 6 untersuchtenSchädeln des Hylobates gut ausgeprägt.
6) Asymmetrie. — Eine Verrückung der rechten Seite desWinkels der Lambdoidealnaht zeigte sich am Schädel eines jungenOrang; einseitige Hervorragung oder Eindrückung des os parietaleoder des os temporale an 6 Orangschädeln; starke Hervorragung derParietooccipitalgegend am Schädel eines Hylobates- (Manicomio,VII. Jahrg., No. 1, 2. 3).