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Bei dem Heidenpütz hatte die frühere Strasse das Plateaudes Hunsrückens erreicht und führte von da in geraderRichtung auf der Fläche desselben fort bis an Simmern.Konstantin behielt bei Anlegung der neuen Strasse diesebequeme Richtung bei, baute jedoch wahrscheinlich dieseganze Strecke von neuem, denn an allen Stellen, wo siein neuerer Zeit nicht gewaltsam zerstört worden ist, hatsie dieselbe Bauart und Festigkeit, wie die Strecke vonNeumagen nach dem Heidenpütz.
Vor Simmern theilte sich die Strasse abermals und führtein zwei Richtungen nach Bingen. Der kürzere Arm (a)ging über das Soongebirge, durch das tiefe Thal des Gülden-bachs bei Stromberg und den hohen und steilen linkenThalrand der Nahe nach Bingen herab. Derselbe war, seinernahern Richtung wegen, wohl für Fussgänger und Reiter,after. liiüjlf für schweres Fuhrwerk geeignet, und daherentstand^Später — und gewiss zu gleicher Zeit mit derStrasse von Neumagen nach dem Heidenpütz — die äusserstbequeme Richtung b, welche mit dem Umwege von 2 Leukcn(gegen eine Stunde) ohne den Soonwald zu berühren, vonder Hochfläche des Hunsrückens in das Rheinthal herab undin selbigem aufwärts nach Bingen führte. Der Arm b istdie einzige Römerstrasse, welche von dem Plateau desHunsrückens nach dem Rheinthale herabging 182 ), und waraus diesem Grunde zugleich die nächste Verbindungsstrassezwischen Trier und den am Rhein hinab bis Coblenz ge-legenen Kastellen, Etappenorten etc. Sollte der Rhein beidem Binger Loch zur Zeit der Römer nicht schiffbar gewesen
182) Die Angabe von Hetzrodt und Andern, dass eine Römerstrassevon dem stumpfen Thurme über 'Würrich und Castellaun nachCoblenz gegangen sei, ist nicht richtig. Der Verf. hat dieseGegend vorn stumpfen Thurme bis an Waldesc" genau unter-sucht und nirgends die Spuren einer solchen Strasse gefunden.