Druckschrift 
F. W. Schmidt's hinterlassene Forschungen über noch vorhandene Reste von den Militairstrassen, Befestigungen, Aquäducten etc. der Römer in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
178
Einzelbild herunterladen
 

178

durchaus nicht übereinstimmt, und Büdlich selbst gegeny 2 Stunde von der Römerstrasse entfernt liegt, so findensich auch in der Umgegend von Büdlich und der BüdlicherBrücke nicht die geringsten Spuren einer römischen Ansiede-lung. Glücklicher istHetzrodt in der Erklärung des WortesBaudobrica selbst gewesen. Er leitet es von dem altengallischen oder germanischen Baudo oder Bodo zu deutsch»Wald" und von brica 170 ) (briga oder briva) zu deutschBrücke" ab , so dass Baudobrica zu deutschWaldbrücke"heissen würde, eine Benennung, welche ganz für die obenbeschriebene Lokalität passt, wo die Strasse auf einemhohen Damme der, durch mehrere Brücken verbundenwar, durch eine sumpfige Waldstrecke gelegt ist. Bis jetzthaben die Ruinen von Baudobrica in dieser öden Waldgegendunter Bäumen und Gesträuch verborgen gelegen, und es istden Prefinden der Geschichte und des Alterthums, oder derfortsshrÄlenden Agrikultur, vorbehalten, dieselben an dasLicht zu ziehen.

Von diesen Ruinen zieht die Römerstrasse, 1400 Schrittsüdlich von Berg - Licht, über die Höhe fort und senktsich alsdann, an dem steilen Leisberge, in das tief einge-schnittene Thal der östlichen Dhrone nach Gräfendhron undnach der Brücke, welche in diesem Dorfe über jenen Bachführt, hinab. Von dieser Brücke an folgt die Römerstrasseim Allgemeinen dem Wege, welcher von Gräfendhron überden Heidenpütz nach dem stumpfen Thurme führt. Sie gehtsehr steil die sogenannte lange Hecke hinanf, lässt dasDorf Haag 171 ) gegen 500 Schritt- rechts liegen, führt aufder Höhe von Haag an einem hohen Grabhügel vorbei unddurch den Struthbusch über den Ursprung mehrerer Bäche,die über Hunolstein nach der östlichen Dhrone herabfliessen,

170) Ygl. Jahrb. H. IX. S. 188 und H. XIV. S. 152 ff.

171) Vgl. ebend. H. IV. S. 207.