148
Seite des Kastrums auf der Höhe von Weissenau fort, öst-lich von Laubenheim von derselben herab, und wendete sichin gerader Richtung durch die Rheinaue nach Nackenheim;
2) von einer Strasse, die in der Richtung gegen Alzeygeführt hat; und
3) von einer andern, die durch Zahlbach gegen Drais undwahrscheinlich nach der Heidenmauer bei Kreuznach ge-gangen ist.
Von einer 4. Strasse, nach Bingen hin, sind grössere Ueber-reste vorhanden. Sie finden sich in der Direktion von demHauptsteine über Gonsenheim, an Heidesheim vorbei undverlieren sich im Sande bei den Sporkenheimer Höfen.
Die gegenwärtige Chaussee von Mainz über Niederingel-- iyeim nach Bingen ist auf die Ueberreste einer alten Stein-strasse gelegt worden, welche in der Umgegend die StrasseKarls d. fir. genannt wurde, und wahrscheinlich eine Römer-strasse , *«jelleicht die eigentliche Militairstrasse von Mainznach Bingen war; wenigstens ist ihre Richtung ganz römisch.
B i n g i um (in dem Itinerar des Antonin Vingium, einmal Vin-cum genannt) ein wichtiger, vermuthlich zuerst durch Drusus, be-festigter Punkt bei dem Einflüsse der Nahe in den Rhein, wo sichdie grosse Militairstrasse von Trier mit der Rheinstrassevereinigte. Ob das römische Bingen auf der rechten , oderauf der linken Seite der Nahe gelegen habe, darüber sinddie Meinungen verschieden 154 ). Auf beiden Seiten dieses
154) Vgl. Jahrb. H. VII. S. 17G. u. Anhang zu H. VII. S. 16 u. 69,H. XVI. S. 1 ff., H. XVII. S. 218 ff. u. Dr. Keuscher „Bingenzur Zeit der Römer" im 1. Bde. 3. H. der Zeitschrift des Main-zer Alterth. und Gesch. Vereins. S. 273 ff. Bingen heisst auchin der Mosella des Ausonius v. 2. Vincum , wo auch die vomKaiser Julianus erbauten Mauern der Stadt erwähnt werden.Amm. Marcell. XVIII, 2, 4. Der Geograph -von Ravenna lib.IV. c 24 nennt den Ort Bingum. (In der neuesten Ausgabevon Pinder und Parthey (1860) S. 227. Z. 7 ist wenigstensdiese Schreibung aufgenommen worden.)