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5) das Castellum inferiusHadriani(das untere Fort Hadrian)an der Stelle des jetzigen Hauptsteiiis, bei dessen Be-festigung im Jahre 1714 die Umfassungsmauern desrömischen Castells gefunden wurden.Unter den vielen Befestigungen, welche Drusus seit demJahre 14 vor Christus längs dem linken Rheinufer zur Ba-sirung seiner Offensiv-Operationen gegen Deutschland anlegte,war die von Mainz, ihrer Lage und Ausdehnung nach, diewichtigste. Dieser für die Offensive gegen Deutschland sowichtig gelegene Punkt erhielt gleich bei seiner ersten An-lage eine Ausdehnung zur Aufnahme von zwei Legionen(mit den Hülfstruppen gegen 20,003 Mann), der II. und XIV.,und die letztere, welche erst nach 73 Jahren (im Jahre 60-Tf. Chr.) Mainz verliess, kann als die eigentliche Erbauerindieser Festung angesehen werden 146 ).
Nach dfcn Ueberresten der Umfassungsmauern, welche manim Jahre T632 und später aufgefunden hat, umschloss dierömische Befestigung den höchsten Theil der Höhe zwischendem jetzigen Mainz und Zahlbach, und hatte die Form eineslänglichen Vierecks. Die nördliche lange Seite desselbenging von dem Graben der Citadelle an der Windmühle vorbeiund längs dem Abhänge der Höhe an der Stephanskircheund an dem Gauthore (wahrscheinlich der römischen portapraetoria) entlang, bis zum Abhänge des Linsenberges. DieLänge dieser Seite beträgt 6516 rhein. Fuss, und Ueberresteder römischen Umfassungsmauer sind noch sichtbar: in demGraben der Citadelle, an der Windmühle, an der Stephans-kirche und in den nördlich von ihr gelegenen Weinbergen.Die westliche kurze Seite des Vierecks zog sich von demrunden Pulverthurme, der auf den Fundamenten eines römi-schen Thurmes steht, längs dem Abfall des Linsenberges,
146) Vgl. Klein, über die Legionen welche in Obergermanien Btanden.(Mainz 1853). S. 4 ff.