70
ad I. Die Inschrift Nr. I. wird hier zum erstenmale veröffentlicht.Sie ist -von Wichtigkeit, da wir auf derselben einen benefioiariusconsulis (Gefreiten) von der 8. Legion kennen lernen, von wel-cher ausser mit Stempeln versehenen Ziegeln am Niederrheinhöchst selten Inschriftsteine gefunden worden sind.
ad II. Die II. Inschrift: Finibus et genio loci u. s. w. ist bereitsvon Professor Fiedler in den ,.Neuen Mittheilungen desthiiring. sächs. Alterthums- Ver. I. 3, 20, und nach ihm vonSteiner Cod. inscr. rom. danub. et rhen. I. Nro. 976 bekanntgemacht mit der Angabe des Fundorts Fornich. Steiner be-zieht das erste "Wort Fines als Grenzgoltheit, auf die Grenzeder Ortsgemarkung, wo dieser Altar errichtet worden ist. Dasieh indessen die beiden Votivsteine zu beiden Seiton einesBaches, welcher bis in die jüngste Zeit als Grenzscheidezweier Diöcesen diente, vorgefunden haben, so bin ich geneigt,der Ansicht des Herrn Oberstlieutenants Schmidt beizupflichten,dass hier die Grenze von Germania superior und inferior war,welche von keinem alten Schriftsteller, mit Ausnahme des Pto-lemaeus, der den räthselhaften FIuss Obringa nennt, genauerangegeben worden. Der Gegenstand ist jedenfalls einer nähernUntersuchung würdig. Einen genaueren, mit weitern Gründen unter-stützten Nachweis von der Wahrscheinlichkeit der Schmidt'schenHypothese habe ich im XXIX.u. XXX. H. unserer Jahrbb. S. 84 ff.,zu liefern versucht. Zugleich bin ich jetzt im Stande über dasSchicksal der in den 40er Jahren in Antwerpen öffentlich ver-steigerten Inschriftsteine Näheres anzugeben : Nro. 1 befindet sichnemlich in dem Musee provincial de Liege; vergl. Bullet, del'Institut archeol. Liegois. T. III. liv. 4 (Liege 1860), welcheseinen beschreibenden Katalog des dortigen Prov. Museums ent-hält und unsere Inschrift unter Nro. 3 aufführt. Ueber den wichti-gen Stein Nro. II Finibus etc. theilt Herr Dr. Leemans, Directordes Reichsmuseums in Leyden in einem an unsern red. Sekr.Prof. aus'm Weerth gerichteten Briefe mit : „Auf einem sehrkurzen Besuche in Brüssel am Ende Oct. 1860 habe ich diesehr gut erhaltene und ziemlich deutlich leserliche, Inschriftangetroffen im Musee Royale des armoires d'antiquites et d'Eth-nolofne. Fr.