71
scr den Gewölben 71 ), worauf das Rathhaus erbaut ist,hat der Ort oberirdisch keine Ueberreste von den Rö-mern mehr, und die Ruinen der alten Burg , die an derStrasse nach Coblenz liegen, so wie der hohe Thurm amnördlichen Ausgange nach Remagen, sind nicht römisch,wofür sie oft gehalten werden, sondern im 12. Jahrhundertvom Erzbischof Friedrich von Cöln erbaut. Der jeztigeOrt liegt auf dem Schutte der zerstörten Römerfeste undnoch in diesem Jahre (1828) stiess man an zwei Stellenbeim Graben eines Brunnens und eines Kellers, 16' unterder jetzigen Oberfläche, auf das römische Strassennflaster 72 ),welches beweiset, dass sich auch das Rlieinbett 73 ) in dieserGegend sehr erhöht haben muss.
Unterhalb Andernach linden sich noch einige Ueberrestevon der Römerstrasse, welche hier westlich von der Chausseeüber Namedy führte. In Niederbreisig und auf der BurgRheiueck sind öfter römische Alterthümer 74 ) gefundenworden. Desgleichen sind vor 2 Jahren am Budelberge beiFranken viele interessante Dinge ausgegraben worden. Auf-fallend ist es, dass sich in dem, an der Mündung des Aar-thales interessant gelegenen Siuzig, einem sehr alten, abervon römischen Schriftstellern nicht genannten Orte, so wenigUeberreste von der Anwesenheit der Römer vorfinden. Desto
71) Vgl. Jahrb. H. XVIII. S. 217. ff. und II. XXIII. S. 180.
72) Im März 1860 entdeckte man beim Bau eines Hauses vor demKölnerthore, 8' unter der Oberfläche, eine alte festgebaute Heer.Strasse. Dieselbe besteht aus einer Packlage und Kiesdeckevon 2' Durchmesser. Eine römische Münze wurde auf derStrasse gefunden. Die Breite der Strasse beträgt 24'; an bei-den Seiten sind Platten von Thonschiefer als Fusswege ange-legt. (Cobl. Ztg. v. J. 1860, Nro. 80).
73) Vgl. Jahrb. II. XVII. S. 15C. ff.
74) Vgl. ebend. H. VII. S. 43 und 44, und H. XXVI. S. 154. ff.