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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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208bleibsel bei sich in dem Hause des Stadtrichters Twenhuysen,bei dem er eingekehrt war, und ließ sie aldann durch seinenCommissar, den Kölner Domherrn v. Mering,!) dem PastorWaeyer übergeben, damit sie in seiner dem h. Joseph ge-weihten Hauskapelle ehrerbietig aufbewahrt würden. Auchbefahl er, auf seine Kosten einen Reliquienschrein anfertigenzu lassen, in welchem Waeyer zwei Jahre nachher, am Festeder hh. Apostel Petrus und Paulus, die ihm übergebenenGebetne, mit dem, was dazu gehörte, verschloß. Wir habenüber jene Auffindung und Erhebung zwei sich einander er-gänzende Berichte. In dem ersten, von Waeyer (Anhang16. a.) werden die Tage nach dem damals in jener Ge-gend noch üblichen julianischen Kalender (styli veteris) angegeben. Der zweite (16. c.), von einem Rheinländerherrührend, zählt nach der neuen gregorianischen Zeitrechnung.Das von dem kurfürstlichen Commissar v. Mering aufgenom-mene Protokoll?) haben wir nicht auffindig machen können.Dem guten Pastor Waeyer ging es mit seinem Schatze,wie den Reichen mit ihrem Gelde. Kaum war er in seinemBesitze, fingen die Unruhen und Sorgen an. Theils vonKöln, theils von Brabant aus wurde er zur Herausgabe ge-drängt. Von dort wurde hauptsächlich die größere Sicher-heit, von hier die Billigkeit, den irdischen Ueberbleibseln desGefeierten bei seinen Ordensbrüdern eine Ruhestätte zu ver-schaffen, hervorgehoben. Zum Glück war bei Waeyer nichtsauszurichten und mit der seiner Nation eigenthümlichen Zä-higkeit hielt er die seinem Verwahrsam anvertrauten theurenUnterpfänder fest. Bis zu seinem am 16. April 1692 er-folgten tödtlichen Hinscheiden wurde nicht das Geringste da-von entfremdet.3) Nicht all seine Nachfolger scheinen seinesSinnes gewesen zu sein. Wenn nämlich das, was dem je-weiligen derselben, unserem hochverehrten Freund und Mit-1) Friedrich Heinrich von Mering (Summi Pontificis ad pacemMonast. condeputatus, Electoris Colon. ad bellum Hollandicum de-putatus, Plenipotentiarius et consiliarius intimus, judicii Apell.praeses, Praepositus ad st. Gertrudem Augustan. Metrop. Col.eccl. Canonicus et ad st. Ursulam u. s. w.) stand beim Kurfürsten inhöchstem Ansehn, war ihm in Zwoll zur Seite und bei der Eröffnungdes Grabes und der Reliquienerhebung zugegen.*) Jac. Brewer Biographia Th. a K. Seite 39.) Sieh Anh. Nr. 16 b.