XVI. Die Grabstätte des Thomas a Kempis unddie Erhebung seiner Gebeine.00Zweihundert Jahre ruhte die irdische Hülle des Thomasa Kempis bei denen seiner Brüder unter den Ruinen ihresKlosters, im stillen Schooße der Erde, als der Kurfürst vonKöln Max Heinrich sich einfallen ließ, zur Erhebung seinerGebeine die Ruhe seines Grabes zu stören. Er mochte be-fürchten, die der materiellen Richtung jener Gegend eigen-thümliche Schonungslosigkeit dürfte mit der Zeit das ruhigeHeiligthum entweihen. Das Grab eines solchen Mannesaus Pietät öffnen war immer besser, als es unangetastetdem Eigennutz und dem Zufall überlassen. Was einigeJahre vorher die Gouvernantin der Niederlande IsabellaClara Eugenia Infantin von Spanien von den Generalstaa-ten durch ihre Bitten und Anerbietungen nicht hatte erlangenkönnen, das gelang Max Heinrichen durch das Waffen-glück eines wichtigen Verbundeten. Jener Kirchenfürst hatte,um seine Grenzfestung Rheinberg, welche die Holländer, denFriedenstractaten entgegen, noch immer besetzt hielten, demFeinde zu entreißen, mit Ludwig XIV. König von Frank-reich ein unseliges Bündniß geschlossen. Die anfangs gün-stigen Kriegsereignisse führten die Franzosen nach Holland,den Kurfürsten mit ihnen nach Zwoll (1672). Hier erkun-digte er sich nach dem Grabe des Thomas a Kempis. Dun-kele Sagen und Ueberlieferungen über seine Stelle hattensich, selbst nach dem Zeugnisse der Protestanten, bei der ka-tholischen Bevölkerung erhalten.!) Aus der St. Agneten-bergs=Chronik (S. 137) wußte man, daß Thomas a Kempis1) „En da was nog eenige Geheugniss onder de Papisten,war omtrent syn graf was“. Tooneel des Oorloogs in de ver-eenigde Nederlanden. Seite 230 p. IV. ad an. 1674.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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