XII. Ferneres Wirken und Lebensende des Thomasa Kempis. Sein Aussehen, seine Beredtsamkeit u. dgl.—Nach dieser Zeit, nachdem Thomas wieder nach demSt. Agnetenberg zurückgekehrt war, scheint es gewesen zusein, daß er (wie sein ungenannter Biograph meldet!) zumProkurator seines Klosters gewählt wurde. Vermuthlich,weil er sich als einen leutseligen und mildthätigen Mannschon längst bewährt hatte, war man auf den Gedanken ge-kommen, ihm jenes Amt zu übertragen. Dem Prokurator(Schaffner) lag die Sorge für das Hauswesen ob, er hatteEmpfang und Ausgabe, nahm die Fremden auf und sorgtefür die Armen. Doch bald stellte es sich heraus, daß dieseDinge nicht des Thomas Sache waren. Da er einigen inzeitlichen Dingen gar zu unerfahren schien, wurde er vonseinem Schaffneramte entbunden.?) Im Jahre 1448 auf St.Jacobitag, nachdem der Unterprior Heinrich von DeventerPrior geworden war, wurde Thomas a Kempis wieder zumUnterprior gewählt. „Er zählte damals 67 Jahre und ge-„hörte zu den älteren Brüdern, und obgleich er im Bewußt-„sein seiner Untauglichkeit sich sehr entschuldigte; so unter-„warf er sich doch aus Gehorsam dem Beschlusse der Brüder,„indem er sich nicht weigern wollte, aus Liebe zum göttlichen„Erlöſer für ſie Beſchwerniſſe zu ertragen. Doch weil er„mehr auf die Gnade Gottes, als auf die eigenen Kräfte„sein Vertrauen setzte, bat er die Brüder, seiner im Gebete„eingedenk zu sein.“s) Da dem Unterprior, außer der Ver-4) Bis supprior fuit, semel procurator2) S. vit. thom. aut. coacvo electus est frater Thomas Kem-pis unus de senioribus, 67 annorum, qui praeteritis temporibushuic officio deputatus fuit.“ Chr. m. s. Agu. S. 105.3) Chr. mont. s. Agn. S. 104.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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