III. Aussehen der Niederlande gegen das Ende desvierzehnten und den Anfang des fünfzehntenJahrhunderts.Noch nicht zum Jüngling angewachsen, begab sich Tho-mas a Kempis aus seiner Vaterstadt in die unteren Nieder-lande. Diese ganze Gegend, welche wir jetzt das KönigreichHolland oder auch die vereinigten Niederlande nennen, ge-hörte damals und noch lange Zeit nachher zum deutschenReich. Der mächtigste Fürst daselbst war der Bischof vonUtrecht, zu dessen Vasallen auch die Grafen von Holland,Geldern und Cleve gehörten. Der politische Zustand derunteren oder nördlichen Niederlande während des vierzehntenJahrhunderts war im Ganzen ein unglücklicher. Die Land-schaften Holland, Utrecht, Gelderland, Overyssel und Fries-land wurden unaufhörlich durch heftige innere Zwiste beun-ruhigt. Nur einigen wenigen Handelsstädten gelang es, sichvon dem Partheitreiben fern zu halten und nach dem Bei-spiele der in den südlichen Landschaften Brabant und Flandernsich eifriger um den Flor ihres Handels, ihres Gewerbfleißesund ihrer Schiffahrt, als um politische Streitigkeiten zu bemühen.Deventer, Zwoll und Campen gehörten schon in derMitte des dreizehnten Jahrhunderts zum Bunde der Hanse.Dies verhalf ihnen zu einer ungewöhnlichen Stufe der Blütheund bald übertrafen sie ihre Nachbarstädte an Reichthum,Umfang und Macht. Die ansehnlichste unter ihnen war De-venter, welche für unsere Aufgabe besonders deshalb merk-würdig ist, weil in ihr Thomas a Kempis, in der hier eben-falls kaum entstandenen Genossenschaft der frommen Brüderſeine Jünglingsjahre verlebte.Kaum war der Bischof Floris von Wevelinghoven!) ge-storben, als der Graf von Holland und Zeeland Albert von*) 1393 auf Charfreitag.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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