II. Geschichtliches über die Geburtsstadt des Thomasa Kempis, vor und während seiner Jugendzeit.00Das erste Auftreten der Stadt Kempen in der Geschichteist ein sehr bescheidenes.Sie macht weder Anspruch daraufaus klassischem noch aus einem mit Märtyrerblut getränktenBoden erwachsen zu sein. Von dem Volke der Weltbezwin-ger, das sich auch die untere Rheingegend unterwarf, findenwir hier keine Spur. Eben so setzt Kempen seine Entste-hung weder mit christlichen Heiligen= Legenden, noch mit nor-dischen Götter= oder Helden=Sagen in Verbindung. Dieganze Gegend um Kempen war vorzeiten Wald, der gegenSüden einen trockenen Boden, gegen Norden einen wohl ausverlassenen Rheinbetten entstandenen Sumpf bedeckte. DieserWald war die Gränzscheide einstens zwischen den Eburonenund Menapiern, dann zwischen den Ubiern und Gugernern,endlich zwischen den Ripuariern und Attuariern gewesen. Nach-dem er zum großen Theil ein Eigenthum der Kölner Kirchegeworden war, entstand auf dem Boden, der jetzt die StadtKempen trägt, nicht weit von einer uralten, dem h. Petrusgeweihten Kirche, die seit Einführung des Christenthums indiese Gegend der Umgebung als Pfarrkirche gedient hatte,ein dem Erzbischof von Köln gehöriges Hofgut. Die erstegeschichtliche Nachricht darüber steht mit dem, jenseits derNiers auf den Maasstrom zu, gelegenen Gute Krieckenbeckin Verbindung und rührt her aus den Zeiten des ErzbischofsPhilipp von Heinsberg (1168—1191). Dieser geistlicheGewalthaber, stets eifrig darauf bedacht dem Gebiete seinerKirche immer neuen Zuwachs zu verschaffen, mußte, um dieMittel dazu herbeizuholen, oft zum Geldborgen, oft zum Pa-triotismus der Unterthanen seine Zuflucht nehmen. So alser durch Ankauf des Gutst) Krieckenbeck tief in Schulden*) praedium.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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