X. Thomas a Kempis muß mit seinen Ordensbrüdernnach Friesland auswandern.OWährend der Zeit, daß Thomas a Kempis sein Unter-priorat verwaltete, dem es hauptsächlich oblag, die neuange-nommenen Klosterbrüder zu ihrem Beruf heranzubilden, tratein Ereigniß ein, das ihn und seine Genossen nebst vielenanderen in ihren stillen Beschäftigungen gewaltig störte.Nachdem der Bischof von Utrecht, Friedrich von Blankenheim,der dreißig Jahre lang ein kräftiges und sein Volk beglücken-des Regiment geführt hatte, gestorben war, wählte die stimm-berechtigte Geistlichkeit (im Jahre 1423) den Rudolf vonDiepholt, Dompropst zu Osnabrück, zu seinem Nachfolger.Ihm weigerte Papst Martin V., weil er ihm als ein un-wissender Mann geschildert war, die Bestätigung und fürden erledigten Stuhl wurde statt seiner der Utrechter Dom-propst Zweder von Culenborg bestimmt. Dieser nahm zwarvon dem bischöflichen Stuhle Besitz, allein von Anfang anwollten ihn die Stände von Overyssel, die übermüthigenStädte Deventer, Campen und Zwoll an der Spitze, nichtanerkennen. Obgleich die Herzoge von Burgund und vonGeldern sich seiner annahmen und mit Feuer und Schwertwider seine Gegner wütheten, konnte er sich in seiner Haupt-stadt nicht mehr halten. Flüchtig begab er sich nach Basel,um bei dem dort versammelten Concilium Schutz zu suchen.Kaum dort angekommen starb er. Indessen wußte Rudolfsich, im Besitze des Bisthums zu behaupten und deshalbwurde er vom Papst Eugenius IV. mit dem Kirchenbannbelegt. Ueber alle Orte seines Anhangs wurde ein strengesInterdikt verhängt. Um sich gegen dieses zu verwahren1) S Geschiedenis van de kerklycke Scheuring in het Bis-dom Utrecht door Egbert Roelants. Groningen 1839.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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