207in dem östlichen Kreuzgang der Kirche begraben lag. Nunhatte der damalige katholische Pfarrer von Zwoll, ArnoldWaever, von einem vor zehn Jahren verstorbenen Geistlichen,der vier und vierzig Jahre daselbst in der Seelsorge gear-beitet hatte und also, da er um das Jahr 1600 geborensein mußte, noch alte Bewohner des genannten Klosters ge-kannt haben konnte, gehört, zwischen dem Grabe unseresThomas und der Thüre, die aus dem Chore in den Kreuz-gang geführt hätte, sei ein Raum von genau sieben Fuß ge-wesen. Drei Wochen vergingen mit Aufräumen des Schuttsund nachdem nun die Fundamente der Kirche und des Kreuz-gangs bloß gelegt waren, konnte Waeyer, am 1. Aug. 1672,da, wo unter seinen Füßen die irdischen Ueberbleibsel desThomas im Mutterschooß der Erde ruheten, sich hinstellenund zu den Arbeitern sprechen: „Wenn ihr ihn hier nichtfindet, findet ihr ihn nirgend!“ Man grub und der Erfolgwar glücklich. Die Indicien, welche in der darüber nochvorhandenen Nachricht (mitgetheilt Nro. 16. im Anhangangegeben worden, sind von der Art, daß an der Aechtheitdes eröffneten Grabes und des darin Gefundenen nicht dergeringste Zweifel obwalten darf. Die Gebeine hielten, nachdem der Deckel von der Lade abgelöset worden war, nochaneinander. Das Haupt ruhte auf zwei Stücken Torf. DieHände waren kreuzweis übereinander gelegt. Rippen undSchulterknochen waren in Verwesung übergegangen. Hinge-gen hatte noch ein Stück der um seinen Hals geschlungenenStola sich erhalten. Aus dem linken Fußknöchel hatten sichFlechtchen entwickelt, was man, da sie das Aussehen vonweißen, gelben und röthlichen Blümchen hatten, als etwasWunderbares betrachtete.!) Am 3. Auguſt wurden die Ge-beine mit dem, was man sonst in der Todtenlade vorgefun-den hatte, sorgfältig herausgenommen, in reine Tücher ge-wickelt und gleichsam im Triumpf nach Swoll gebracht. Biszum folgenden Tage hielt der Kurfürst die theuren Ueber1) Es ist den Gesetzen der Natur nicht zuwider, daß Pflanzen dertieferen Ordnung, zu denen auch die Lichenes gehören, ohne Licht auf-kommen können. Die nöthige Luft war vorhanden. Wie aber derKeim dazu dorthin gekommen war, ob hier eine Generatio aequivocaStatt fand, oder auch ob und was hier Wunderbares vorliegt, zu unter-suchen, sei Anderen überlassen.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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