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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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VI. Schicksale der Genossenschaften der Brüder vomgemeinsamen Leben, wie auch der Klöster vom Ordendes h. Augustinus in den Niederlanden.Hätte die Genossenschaft sich auf die frommen Abschrei-ber in Deventer oder auch an andern Orten, wo Schulendesselben Ranges wie hier vorhanden waren, beschränkt; sowürden schwerlich die, deren Widerspruch Groot gefürchtethatte, davon Kunde genommen haben. Kein Vernünftigerkonnte es mißbilligen oder verübeln, daß brave und armeStudenten unter einem würdigen Geistlichen eine gemein-schaftliche Haushaltung führten. Allein diese Lebensweise fand,in Folge der durch Groots Predigten verbreiteten Ansichten,allenthalben, wo man Kunde davon erhielt, Beifall und esbildeten sich in allen Nachbarstädten von Deventer ähnlicheGenossenschaften, nicht allein unter den Studenten, sondernauch unter andern Leuten, Männern und Weibern.!) Nuntraf ein, was Groot vorausgesehn hatte. Einige aus denMendikanten traten gegen die frommen Vereine mit derBehauptung auf: ihre Lebensweise sei den kirchlichen Satzun-gen zuwider und in ihnen lebten die auf dem allgemeinenConcilium zu Vienne verdammten Fraticellen und Begardenwieder auf. Groot aber nahm sich der Beschuldigten anund bewies zwar mehr ausführlich als gründlich aus demkanonischen Recht und der Kirchengeschichte, daß man siemit Unrecht verdammte. Wenn er sich obendrein bei seinerVertheidigung auf den ariſtoteliſchen Satz:Homo est ani-mal sociale politicum2) beriefübersah er das, um was eseigentlich zu thun war. Es handelte sich nicht darum, ob1) Chr. wind. S. 8 ff.) Chr. wind. S. 14.