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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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VIII. Thomas a Kempis kommt nach Deventer,besucht dort die Schule und wird in die Genossen-schaft der frommen Brüder aufgenommen.00Je mehr einer sich gewöhnt hat, die Ereignisse der Vor-zeit nach den Verhältnissen seiner Tage zu beurtheilen, destostärker muß sich ihm die Frage aufdrängen: was war es,das den Thomas oder vielmehr seinen älteren Bruder Jo-hannes auf den Gedanken brachte, sich von Kempen nachDeventer zu begeben? Daß beide vor ihrer Abreise denBeruf in sich fühlten, den geistlichen Stand anzutreten, kannals ausgemacht vorausgesetzt werden. Freilich und leiderstehen sich jetzt der deutsche und der holländische Niederlän-der als Fremdlinge gegenüber. In ehemaligen besseren Ta-gen war es anders. Es gab eine Zeit, wo beide eineSprache und einen Glauben hatten, einer Kirche undeinem Vaterland angehörten. Der gewerbliche und freund-nachbarliche Verkehr war zwischen ihnen, obgleich es wederEisenbahnen noch Dampfschiffe gab, damals stärker als jetzt.Nicht wenig trugen dazu Stifter und Klöster bei. Mit Un-recht sind wir geneigt, diesen und ähnlichen kirchlichen An-stalten den Vorwurf zu machen, daß sie die Menschen ein-ander entfremden. Es mag dies in gewissen Beziehungenwahr sein. Allein es müßte einer blind sein, der nicht sähe,daß sie dies mit vielen anderen menschlichen Einrichtungen,ja sogar Anordnungen der göttlichen Vorsehung gemein ha-ben, welche, wo sie das sich zunächst Stehende trennen, dasEntfernteste zusammen bringen. Die Cisterzienser=AbteiAltencamp bei Rheinberg besaß in Kempen und in derNähe bedeutende Güter und Gefälle. Den Grund zu ihremErwerb hatte ein gewisser Leo von Hüls gelegt. Aus einerbegüterten und ansehnlichen Bürgerfamilie in Kempen her-stammend, die mit den benachbarten Dynasten von Hülsverwandt war, war er eine Zeitlang an dem gleichnamigen