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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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187kirche hing in früherer Zeit auf dem Chore, später bis zurUmmodelung der Kirche in den dreißiger Jahren, über demEingang zur Sakristei. Es ist ungefähr fünf Fuß hoch.Thomas knieet auf demselben in seiner Ordenstracht voreinem Bilde der allerseligsten Jungfrau Maria. Dieser istbekanntlich die Pfarrkirche zu Kempen gewidmet. Thomasscheint sich in dankbarem Gebete daran zu erinnern, daß erin dem ihrer Obhut anvertrauten Gotteshause ein Christwurde. Die Wahl der Stellungen: der knieenden in derKirche, der stehenden im Hause des Herrschers, der sitzendenim Saale des Gerichts zeugt von einer genialen Auffassung.Als im vorigen Jahrhundert das alte baufällig gewordeneRathhaus abgebrochen werden mußte, wurden die Gerichts-sitzungen auf die Burg verlegt. Der dortige Gerichtssaal,welcher bis dahin zur Aburtheilung hochnothpeinlicher Sachengedient hatte, nahm auch die Sitzungen für bürgerliche Justiz,sammt dem Scheffenarchiv auf.!) Die Abbildung des Tho-mas folgte nach und fand also in dem Gerichtssaale auf derBurg, dem großen Zimmer, rechts neben dem Eingang überdie Brücke ihren Platz. Diesen hielt sie bis zum Jahre1814. Als nämlich nach dem Einzug der Aliirten die Mi-litärbehörde Miene machte, die Burg mit Einquartirung einesLazareths für Krätzige zu belegen, setzte der damalige Eigen-thümer H. Peter von Lövenich aus Crefeld das Gebäude inunbewohnbaren Zustand. Das Bild des Thomas, welchesmit der Burg sein Eigenthum geworden war, ließ er aufsein vor der Stadt, in der Gemeinde Kleinhonnschaft (St.Thönis) gelegenes Gut Bockdorp bringen, wo es noch vor-handen ist. Thomas in seiner Ordenstracht sitzt auf dem-selben an einem Bergabhange. Vor sich hat er zwei offeneBücher liegen. Auch steht ein Tintenfaß mit Feder dabei.Dasjenige worin er liest, hat die Inschrift: Liber ecclesi-asticus. Das andere zeigt auf der linken Blattseite dasBild des Gekreuzigten, auf der rechten die Worte: De imi-tatione Christi libri quatuor. Auf dem Boden zu seinerlinken Seite sprossen zwei liebliche Blumen eine Rose undeine Lilie; ein darüber angebrachter dürrer Baumaſt machtkeinen erquicklichen Eindruck. Im Hintergrunde ist links die1) Siehe oben Seite 21.