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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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186drei Abbildungen (imagines) unseres Landsmannes Thomasa Kempis in Köln machen lassen, um das Andenken eines sogroßen Mannes zu ehren. Das eine hängt auf der Burg(arce), das andere auf dem Rathhaus (Curia), das drittein der Pfarrkirche. Die Kosten betrugen achtzig Reichsthaler.Der Verfertiger war der Maler Franz Kesseler.!) Ob derMeister das Gemälde zu Zwoll oder eine Copie davon ent-weder benutzt oder eigene Conceptionen zu Tage geförderthabe, davon verlautet nichts. Zwei dieser Bilder sind nochvorhanden: das eine den Abgebildeten in sitzender, das an-dere ihn in knieender Stellung zeigend. Auf dem verlorenenwar er stehend?) abgebildet. Die drei Gemälde waren alsokeine Identica. Als im Anfange des Jahres 1642 dieFranzosen, Hessen und Weimarer die Stadt Kempen mitSturm eingenommen hatten, ging das zuletzt beschriebene,welches auf der kurfürstlichen Burg sich befand, bei der Plün-derung verloren (injuria belli evanuisse). Eben so einkleineres, das von einem anderen Maler herrührend, in demunter dem alten Rathhause von dem Markte nach der Kircheführenden Bogengangs) hing.4) Das Gemälde in der Pfarr-1) Dieser war ein geschickter Bildnißmaler, Geldorps würdigerSchüler. Merkwürdig für unsern Zweck ist eine in Köln noch vorhan-dene von seiner Meisterhand herrührende Abbildung des ebenfalls ausKempen gebürtigen kölnischen Geschichtschreibers Aegidius Gelenius mitder Inschrift:anno aetatis 35. Also wurde das Gemälde im Jahre1628 angefertigt; denn Aeg. Gelenius kam zur Welt im Jahre 1594Etwas tiefer steht an derselben Seite F. Kessler fecit. (S. Nachrich-ten von dem Leben und den Werken Kölner Künstler von Joh JakobMerlo, Köln 1850. Seite 237). Nun meldet Wilmins, daß sein Ver-wandter der Kölner Generalvicar Johann Gelenius in demselben Jahreihn in Kempen besucht habe. Ist es nicht möglich, daß der Gast beidieser Gelegenheit auf den Meister, dem die Abschilderung seines BrudersAegidius so gut gelungen war, aufmerksam gemacht und zugleich denGedanken durch denselben auch dem Thomas ein Denkmal setzen zu las-sen, angeregt habe?2) Procera statura. S. Anh. Nr. 11 a. Bericht vom Jahre 1683.3) Infra transitum curiae in minori tahula, cit Bericht.4) J. Brewer meldet (Biogr. th. a K. Seite 22) vor dem Hessen-kriege wären in Kempen noch zwei andere Abbildungen des Thomas vor-handen gewesen, eine in einer rußigen Hütte (in fumoso specnlari) aufder St. Petersstraße und die andere auf der Engerstraße im Schilde(intersignio) eines Hauses. Auf denselben kniete Thomas vor einemMuttergottesbilde mit dem Jesuskinde den Rosenkranz betend. Zu seinenFüßen liegt aufgeschlagen das Buch von der Nachfolge Christi. Dabeider Spruch: in angello cum libello.