181Codices!) mit der Epigraphe des Thomas a Kempis, dieIncunabeln dieser Art, die vorzüglichsten Ausgaben und Ue-bersetzungen der thomäischen Schriften?) anzugeben. Alleinwir mußten an der Möglichkeit hiermit fertig zu werden ausvon selbst einleuchtenden Gründen verzweifeln.3) Ein schönesdem Thomas a Kempis aus seinen Büchern errichtetes Eh-rendenkmal ist die von Büllingen'sche Sammlung auf derRathsbibliothek zu Köln. Ludwig von Büllingen auf demadlichen Gute Rath bei Kempen geboren, ehemaliges Mit-glied der Reichsabtei Cornelimünster bei Aachen, ein fleißi-ger Alterthumsforscher, brachte mit dem dem Benedictineror-den, welchem er angehört hatte, eigenthümlichen Fleiße mehr) In den Zugaben zur deutschen Volkshalle Nro. 77, 85 und 87der Jahre 51 und 52 wurde das Publikum auf einen bisher unbeachte-ten Codex in der Bibliothek der ehemaligen Kanonie (nunmehr Priester-haus und bischöfliches Progymnasium) zu Gadesdouk bei Goch aufmerk-sam gemacht. Er gehörte ursprünglich dem Kloster Bethlehem (vomOrden der Kanonichen des h. Augustinus) bei Dotinchem. Von einemPrior der Kreuzherren in Emmerich, Tauschlipper mit Namen, wurde ereinem Friedrich Ketteler geschenkt, der als Canonicus regularis in Ga-desdonk aufgenommen wurde und das Buch mitbrachte. Am Schlusse deszweiten Buchs (der Codex hat die Bücher „de imit.“ alle vier) steht annoDomini 1425 in die st. Elisabeth; am Schlusse des vierten: annoDomini 1427 in die s.s. Crispini et Crispiniani. Zugefügt als An-hang von derselben Hand sind einige den Werken der h.h. Augustin undBernhard entnommene Gebete und Betrachtungen und auf der vorletztenSeite steht: 1428 tertio die Januarii. Oretur pro scriptore und amRande mit anderer Tinte: Ro. de Millingen) Ein ziemlich vollständiges chronologisches Verzeichniß der (62)vorhandenen Codices de imit. gibt J. B. Weigl Denkschrift über denwahren Verfasser der Bücher von der Nachfolge Christi, Sulzbach 1832.§. 108 S. 176 ff. — Alte Druckausgaben ebendas S. 185. — Dieerste Druckausgabe: de imit, ist wohl die Augsburger ohne Jahrzahl (eswird gewöhnlich angenommen, daß sie vom Jahr 1471 ist); die ältestemit einer Jahrzahl (1483) iſt die von Venedig. Die beiden ElzivirerTaschenausgaben von 1652 und 1654 werden im antiquarischen Buch-handel mit 14 Dukaten bezahlt. — Ins Deutsche übersetzt erschienen dievier Bücher in einer 35 Kreuzer Ausgabe im Jahre 1815 bei Seidel inRegensburg und in einer Etui=Ausgabe einige Jahrzebende nachher (vonSchlosser) in der Andräischen Buchhandlung in Frankfurt. Die in un-seren Tagen am meisten verbreitete Uebersetzung ist wohl die von Fr.Xav. Müller in fünf verschiedenen Formaten, gebunden von 6 Sgr. biszu 3 ⅓ Thlr. (1852. Neuß und Köln bei L. Schwann.)3) Ueber die ehemaligen Codices geben die Streitschriften über denVerfasser des Werks von der Nachfolge Christi wichtige Aufschlüsse undLinke. Ueber die ältesten Ausgaben desgl.
Druckschrift
Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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