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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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160Sommalius vertheilt die von ihm herausgegebenenWerke des Thomas a Kempis in drei Bände. Der Ge-danke schwebte ihm vor, das homiletische Material indem ersten, das ascetische in dem zweiten und das hi-storische in dem dritten zu geben. Doch ließ sich diesunmöglich consequent durchführen. In dem ersten Theiledes ersten Bandes kommen zuerst dreißig Predigten (Ser-mones ad novitios)!) in drei Abtheilungen vor, wovon dieerste neun, die zweite zehn, die dritte eilf Stücke enthält.Der Verfasser gibt über dies Zahlenverhältniß einen mysti-schen Grund an. Es ist dies bei Thomas a Kempis etwasganz ungewöhnliches, wie häufig es im früheren Mittelaltergeschah. Den Ansprachen werden zur Erläuterung häufigBeiſpiele, zuweilen auch Gebete beigefügt.?) Dieſe Beiſpielesind durchaus im nämlichen Tone, wie die Lebensbeschreibungen des Groot und seines Freundes Florentius und ihrerJünger gehalten, welche ein unbezweifeltes Werk des Thomassind. Sie sind an die Klosterzöglinge auf dem St. Agne-tenberg gehalten worden. 3) Diese Ansprachen sammelte spä-ter der Verfasser und widmete sie einigen jungen geistlichenFreunden.4) Ihre ursprüngliche Bestimmung war alsozum mündlichen Vortrag, die nachträgliche zum Lesen.Sich selbst nennt er in der Zueignungder fremde Bruder(frater peregrinus)5) ein den Mystikern geläufiger Ausdruck,der aber hier eine Anspielung auf ein nicht das höhere son-dern das irdische Leben berührendes Verhältniß zu sein1) Die Urschrift der Sermones ad novitios von der Hand desThomas a Kempis ist in der Löwener Bibliothek. Sie hat viele ausge-strichene und zugesetzte Wörter. Malou récherches u. s. w. S. 134.S. Prologus in serm. ad nov.3) S. Exempl. 22, 25 und andere.4) Sermones, quos pro novitiis nostris diversis temporibushabui, vobis censui communicare in Prologo serm. ad nov.5) Diese BenennungPeregrinus, die Thomas a Kempis hierund auch, wie wir weiter unten sehen werden, in der Schrift, wodurch erseine Biographie der sel. Lidwina den Klosterbewohnern von St. Elisa-beth bei Briel zueignet, sich beilegt, gibt vielleicht einen neuen Anhalts-punkt, um der Ursache auf die Spur zu kommen, woher man ihn mitGerson verwechselt hat. Auch dieser nannte sich in seinen Schriften oft:Joannes Gerson peregrinus. S. Malon récherches u. s. w. S. 156.Vergl. Eus, Amort mor. certit. S. 87.