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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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159geslicht gefördert zu haben,!) so läßt er doch den Leser überdie Art und Weise und den Ort dieses wichtigen Fundesdurchaus in der Unwissenheit. Eben so verfährt er mit denGebeten und Betrachtungen und frommen Liedern, mit denener erst nach den ersten Ausgaben seiner Bearbeitung bekanntwurde.Wie dürftig nun auch diese Nachrichten sein mögen,sind sie doch durch die Consequenzen, die darin liegen, vonhohem Werthe. Mit der größten Wahrscheinlichkeit muß ausdenselben geschlossen werden, daß die Handschriften, welcheSommalius benutzte, Vermerke enthielten über den Schreiberund die Zeit und den Ort, vielleicht gar die Veranlassung,ihres Zustandekommens. Was würde es, nicht nur über dasWirken des Thomas und ſeine innere Lebensbildung, ſon-dern auch über die Frage: wer der Verfasser der Büchervon der Nachfolge Christi ist, Licht verbreiten, wenn wirmit seinen anderen Werken im Reinen wären ob aus-drückliche Nachweise darüber vorhanden sind, daß sie vonihm herrühren, wann und wo, auf wessen Bitte oder Geheiß,überhaupt durch welche Veranlassung und unter welchen Um-ständen sie verfaßt worden sind. Es ist wirklich zum Ver-wundern, daß dies Moment eine kritische Behandlungjedes einzelnen der Gesammtwerke des Thomas a Kempiswas ein bedeutendes Gewicht bei der Controverse über denVerfasser der Bücher von der Nachfolge Christi in die Wag-schaale gelegt haben würde, nicht berücksichtigt worden ist.Uns erübrigen weder Mittel noch Muße gelehrte Reisen zumachen und Büchereien zu durchstäuben. Möge bald ein an-derer mit Studien über die Opera omnia unseres Thomasſich beſchäftigen! Dies iſt unſer Wunſch, ſelbſt auf die Ge-fahr hin, gewiß zu werden, daß manches ihm bisher zuge-schriebene Werk von einem anderen Verfasser ist.Für uns ist hier nichts ferner zu thun, als die Werke,für deren Verfasser Thomas a Kempis bisher unbestrittenzegolten hat, namhaft zu machen und daran einige Bemer-kungen und bescheidene, durch innere Indicien hervorge-rufene Zweifel zu knüpfen.1)Conciones 36, hactenus typis non vulgata S. 148 ed. cit.2) Supplevi, quae in prima editione defuerant Sommaliuspie Lectori bei Amert l. cit.