Druckschrift 
Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

158Das Wenige, was Sommalius über die von ihm be-nutzten Quellen seiner Ausgabe der Gesammtwerke des Tho-mas, welche alle spätern Bearbeiter ihren Werken zu Grundlegten, mittheilet, beschränkt sich auf Folgendes. Auf demTitelblatte sagt er, der Verfasser habe selbst bezeugt, einigedieser Werke im Jahre 1441, andere 1456 geschrieben zuhaben.!) Auf dem ersten Blatt, vor der an den Abt vonSt. Trudo gerichteten Dedikationsſchrift, iſt ein Inhaltsver-zeichniß zu leſen, wobei bemerkt wird, die mit einem Stern-chen bezeichneten Werke seien nach den Original=Handschriften (Autographa), die übrigen nach einer alten Abschrift (advetustum exemplar) der St. Peters=Bibliothek zu Gentherausgegeben. (Ueber die Beschaffenheit und den Ort derOriginalhandschriften verlautet nichts, als daß die drei er-sten Bücherde imitatione nach dem schon besprochenenLöwener Codex (Martinianus) bearbeitet sind.2) Zu denletzteren aus der Genter Abschrift entnommenen Werken wer-den unter anderen: Vallis liliorum, hortulus rosarum undalle des zweiten Bandes von Hospitale pauperum (Nr. 17)an gezählt.3) Dann heißt es von den Lebensbeschreibungendes Gerard Groot, des Florentius und ihrer Jünger:DerHerausgeber habe sie nirgend entdecken können, als in sei-ner Genter Abschrift.4) In dem Vorworts) versichert derHerausgeber: er habe faſt alle Werke des Thomas a Kem-pis nach seinen Originalhandschriften verbessert, (nach wel-chen, wird nicht näher angegeben) und obgleich er sich rühmt,den ganzen zweiten Theil des ersten Bandes zuerst ans Ta-1) Wo? Thomas a. K. dies bezeugt, ist im Texte nicht zu finden.Bei der Angabe des Jahres 1441 hatte der Herausgeber die Bücher vonder Nachfolge im Auge. So wie er nun den oben angeführten Zusatzfinitus et completus anno Domini 1441 u. s. w. den er in seinemCodex fand, beim Abdruck wegließ, weil man ihn auch ſonſt nirgend infrüheren Ausgaben gelesen hatte; so fand er auch nicht für gut, andereZeitangaben anderer Werke aus anderen Handschriften mitzutheilen.2) Epistola Dedic. tom. II S. 277 der Antw. Edition von 1601.3) Vorausgesetzt, daß die Nichtbezeichnung mit einem Sternchenkein Druckfehler ist.4) Vitae istae nusquam reperiri a me potuerunt apud alios.) pio lectori bei Amortopera omnia thomae juxta edit.Sommalii. Coloniae 1728. S. 1.