157die auf den Namen des Thomas a Kempis herausgekom-men sind und deren Urheber zu sein ihm bisher Niemandbestreitet. Indessen, wenn jetzt einer mit der Behauptungdes Gegentheils aufträte und einen anderen für den Verfas-ser des einen oder anderen dem Thomas bisher zugeschriebe-nen Werks ausgäbe, würde zu Gunsten des Letzteren fürden Augenblick kein anderer Beweis zu erbringen sein, alsder juristische des Besitzstandes. So karg ist die bibliogra-phische Litteratur seiner Werke! Den Alten, welchen wirihre Erhaltung verdanken, standen die besten Quellen zuGebot. Leider ließen sie dieselben unbenutzt. Bei derHerausgabe der Werke des Thomas und ähnlicher hattenſie nur das Praktiſche, die durch ihren Gebrauch zu er-zielende Erbauung, im Auge. Um das Litterarische ha-ben sie sich zum großen Schaden der Wissenschaft, wenn auchnicht der Frömmigkeit, nicht gekümmert. Es gibt mehrereAusgaben der Gesammtwerke des Thomas a Kempis. Abernirgend finden wir specielle Nachrichten über die Codicesworaus sie entnommen sind, geschweige critische Beurtheilun-gen derselben. Es ist in der That ein Glück, daß dieAutorschaft der Bücher von der Nachfolge Christi demTho as bestritten worden ist. Was würden wir ohne diesenFederkrieg von den Handschriften wissen, nach welchen dasangefochtene Werk herausgegeben wurde? Ohne denselbenmüßten die nunmehr schon längst bekannten Codices erstaus dem Staube der Büchersammlungen hervorgesucht wer-den und wer weiß, ob und wo sie noch zu finden wären!!)1) Harzheim Bibl. Col. S. 307 gibt zwar an, daß „Operaomnia Thomae“ schon im Jahre 1494 in Nürnberg gedruckt sind. Dochist das „Omnia“ nicht buchstäblich zu nehmen. Vgl. Malou récherchesu. s. w. S. 50. Man sehe nur das Inhaltsverzeichniß dieser Ausgabebei Rosweidus in seinen Zusätzen zu seiner Biographie des Thomasa Kempis S. 105 vind. Kemp. an, und man wird sich gleich überzeu-gen, daß darin manche Opuscula z. B. de fideli dispensatore, de so-litudine, die vita beatae Lidwinae u. a. welche Sommalius gibt,fehlen. Die vollständigste Ausgabe aller Werke des Thomas a Kempisist die letzte des Jesuiten Henrich Sommalius vom Jahre 1635. 8.Douay bei Beller. Von dem ganzen zweiten Theile des ersten Bandes,sechs und dreißig Predigten, bezeugt er schon in den früheren Ausgaben:„hactenus typis non evulgata.“ Also hatten sie auch in den „Operaomnia“ des Thomas bei Badius in Paris 1520, in Venedig 1565 und1569 und Antwerpen 1574, die Harzheim loco cit. anführt, gefehlt.
Druckschrift
Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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