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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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.150kennen scheint.!) Nur eine Seele, die sich durch gewaltigeKämpfe von ihren Irrwegen nach der rechten Richtung hinwieder durchgeschlagen hat, kann dahin kommen, daß sie sichganz auf sich zurückzieht?) Nunmehr unterhält sie sich nurin einem Zwiegespräch mit sich selbst oder ihrem Gotte undwill einmal die Außenwelt ihr Recht geltend machen und sichhineinmischen, so wird sie mit Unwillen abgewiesen und mitGewalt zurückgedrängt. Jedes ihr von der Außenwelt, diedoch auch den Menschenkindern eine Himmelsleiter sein soll,gebotene Mittel zu ihrem Ziele zu gelangen, wird von ihrverschmäht. Ja die Außenwelt ist ihr nicht nur gleichgültigsondern wird ihr verhaßt und dies in Verbindung mit ihremungestümen Drängen nach dem Höhern hin, verleidet ihrselbst das Leben, so daß sie in ihrer Ungeduld sich verleitenläßt mit Gott selbst, über den Aufenthalt, den er ihr macht,ehe er sie zu sich nimmt, zu rechten und zu zanken. Um ihreBestimmung zu erreichen, ist sie bereit zu den größten undschwersten Opfern, nur müssen diese in kürzester Weile ver-richtet werden können. Sie möchte mittelst eines einzigenhalsbrechenden Sprunges im Himmel sein.3) Zu diesen hatThomas a Kempis nicht gehört. Seiner schönen Seele ge-nügte das Irdische nicht. Aber seine Seele war sanft undklug. Sie ging ruhig ihren angewiesenen Weg. Sein Be-gehren des Ewigen war eine stille Sehnsucht, kein ungestü-mes Drängen. Um des Himmlischen auf ewig genießen zukönnen, erkannte er als nothwendig, die Last des Irdischenauf eine Zeitlang zu tragen. Ihm war die Schöpfung nichtmehr fluchbeladen, also kein Gegenstand des Hasses; denner selbst, der sich als einen Theil derselben erkannte, fühltesich durch die Gnade gehoben. In ihr, der Schöpfung,hatte er wohl durch Warnung und Belehrung eine gefährlichwerden könnende Gefährtin kennen lernen, aber er wußte sichihrer auch als einer heilbringenden Gehülfin zu bedienen.Ihm war seine ganze Umgebung, Menschen und Dinge,1)Defectus exerc. spir. I. § 3 und IX. I. Der Ausdruckscribe vel nota defectus tuos kommt bei ihm häufig vor. S. vit.Joh. Cacabi § 18.) Wir haben hier eine Seele, wie die des Verfassers des Soli-loquium animae im Auge. (inter opp. omn. th. bei Sommal p. III.)) Vgl. Cap. VI sol. an.