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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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146nen. Unter seinen Mitbrüdern waren geschickte Maler, dar-unter einer seiner Landsleute.!) Selbst sein leiblicher Bru-der Johannes zeichnete sich durch Kunstfertigkeit im Ausma-len der Initialen aus.?) Nicht nur die Altäre, 3) auch dieDecke und die Wände*) seiner Klosterkirche waren bemalt.Nichtsdestoweniger iſt unter den Handſchriften, die von ihmherrühren, keine einzige mit ausgemalten Initialen versehen. 5Thomas a Kempis war ein guter fertiger Schreiber. Erschrieb eine leserliche gefällige Hand. Mit Bemalen derBuchstaben hat er sich nicht befaßt. In so fern zu den An-lagen zur Malerkunst die Gabe der Erfindung gehört, hates ihm daran nicht gefehlt. Er war überhaupt zwar nichtreich an Bildern, aber dennoch im Gebrauch ihr Liebhaber.So beschreibt er ja unter anderen mit schwunghafter fast üp-piger, dennoch immer keuscher Phantasie seinen Lehrjüngernden Kopfputz und den Anzug seiner lieben, von ihm stetshoch verehrten St. Agnes, welchen er eine mystische Deu-tung gibt.) So wie seine Beschreibungen architektonischerGegenstände höchst dürftig sind?) und selten vorkommen; sohatte er unter allen Künsten für Musik am meisten Sinn.Die Orgel ist ihm eins der vorzüglichsten KirchengerätheAn Gesang und Musik in der Kirche weiß er allerlei Er-1) Chr. s. Agn. VII S. 27.2) Chr. wind. II C. 35. S. 409. Siehe oben S. 35.3) Vgl. Chr. wind. S. 123 und 481.4) Chr. Agn. C. 27 S. 121.) Unter den kleineren Werken des Thomas a Kempis ist eins Al-phabetum Monachorum benannt, aus 24 Sprüchen bestehend, bei denendas erste Wort eines jeden mit dem betreffenden Buchstaben des Alpha-bets anfängt. Statt des lateinischen X wurde das griechische X inChristus gewählt. Um das H zu erhalten, schrieb er Imnus statt Hym-nus. Es ist möglich, daß er dies Werkchen unter andern dazu bestimmthat, um sich in dem Bemalen der Initialen zu üben, woraus aber nichtsgeworden ist. Vorausgesetzt, daß wir in der noch vorhandenen Handschriftdas Original haben.6) III. Serm. ad nov. 7 und 8.) Quid utilitatis affert domorum notitia et altorum murorumet castrorum curiosa inspectio? II. Serm. ad nov. VIII §. 4. Vgl.Serm. XI per totum und die Stellen in seinem Chr. s. Agn., wo erüber den Bau der Kirche und der Klostergebäude berichtet. S.S. 28,35, 64, 95.) Doctr. juv. IX § 3. Hort. ros. XVIII §. 1. Vall. lil.XXI § 3. Vgl. Chr. Agu. S. 170.