145müssen,!) gekannt hätte, würde er nicht so unschuldig naiv.mit der Angabe des Unterschiedes zwischen sündhafter undnatürlicher Magie, als einer neuen Entdeckung herangekom-men sein.?) Auch würde er, falls er mit der Geschichte desWiklefismus bekannt gewesen wäre, 3) die an diesen streifen-den Ansichten des Gerard Groot über Universitäten, akade-mische Grade, Disputationen, überhaupt Gelehrtenwesen, ihmnicht ohne weitere Bemerkung nachgerühmt, noch auch dessenübertriebene Strenge gegen Geistliche, die Eigenthum besa-ßen, gebilliget haben.4) Im Fache der Gottesgelehrtheitwar Thomas a Kempis Autodidakt. Die Beziehungen sei-nes Erkenntnißvermögens zu der höheren Welt waren unmit-telbare, verwachsen mit eigenen Erlebnissen. Daß er zu sei-nem Gebrauche für sich und andere mehr als hinreichendetheologische Kenntnisse besaß, beweisen seine Schriften. Aufdem Gebiete der sogenannten klassischen Literatur war er einFremdling. Eben so wenig verräth er Kenntniß von derProfangeschichte. Er thut nur eben im Vorbeigehen irgend-wo Meldung von Kriegen der Römer und der Trojaner.5Ob er auch von den Kunstbestrebungen seiner Zeit berührtworden ist?6) — Schwerlich! — Ob er auch künstlerischeAnlagen hatte? — War dies der Fall, so hätten sie wäh-rend seiner Klosterjahre in Beziehung auf zwei Fächer: Ma-lerei und Musik geweckt und in Uebung gesetzt werden kön-1) Determinatio Parisiis facta per almam fac. theol. superquibusdam superstitionibus noviter exortis findet man jeder Ausgabedes Mag Sent. von Petr. Lomb. angehängt.2) Adjecit mihi dicere quidam ex discipulis ejus, quia duplexest necromantia u. s. w. Vit. ger XIII §. 53) Die 29. Propositio damnata des Wiclef lautete: Omnes uni-versitates, Studia Collegia et graduationes in eis sunt vana genti-litate introducta et tantum prosunt ecclesiae quantum Diabolus.Groot lehrte seine Jünger: Nunquam capias gradum in medicina le-gibus vel canonibus sunt inutiles supervacuae et stultissimaeres . . vita ger. XVIII 6. — Vgl. den folgenden §. über die Dispu-tationes theol. et artistarum.4) Wiclef lehrte: X contra scripturam sacram est, quod viriecclesiastici habeant possessiones und XXXVI: Papa et omnes ejusclerici sunt haeretici, eo quod habeant possessiones. Vgl. damit§. 3 cap. cit. vit. ger.5) II Serm, ad nov. X §. 11.Bekanntlich stand die Kölner Malerschule zur Zeit seiner In-gend, am Ende des vierzehnten Jahrhunderts in ihrer höchsten Blüthe.10
Druckschrift
Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten