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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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142lich beurtheilen will, kann sich nicht erwehren einen Blickauf den Gang zu thun, den seine Bildung nahm. Er ver-lebte eine harmlose Jugend, wuchs in stiller Zurückgezogen-heit unter den Augen seiner frommen Eltern auf. Fast nochein Kind wurde er aus dem väterlichen Hause nach Deven-ter auf die Schule geschickt, wo er in den Kreis der from-men Jünger des Florentius kam. Von seiner stillen Schreib-zelle wanderte er in das einsame Kloster auf dem St. Ag-netenberg. Es scheint, daß er entweder durchaus keine odernur wenige, dazu keinen Einfluß auf ihn übende Eindrückeaus den in dem älterlichen Hause verlebten Kinderjahren inseinen Lebensberuf mit herübergenommen habe. Was z. B.müßte ihm näher an das Herz gegangen sein, als die Vereh-rung der Heiligen, die in der Kirche, wo er als Kind ge-betet hatte, in besonderem Ansehen standen? Es waren diesdie heiligen Nicolaus, Georg und Catharina, denen in dieser Kirche ihre Altäre gegründet waren,!) eben so auch derh. Einsiedler Antonius, dem man just damals, in der Nähe,um seines Schutzes desto sicherer zu sein, eine Weihestätteerrichtet hatte. Und doch finden wir in seinen Schriftenihrer nicht besonders Erwähnung gethan. Auch weiß er unsin diesen über jene Zeit nichts anderes zu melden, als dieNamen seiner Eltern und seiner Vaterstadt.?) Nur ein ein-ziger Umstand läßt es vermuthen, daß er sich des Handwer-kes, was sein Vater getrieben hatte, noch erinnerte.3) Es istals ob er den Anfang seines Daseins erst von der Auf-nahme in die Schule zu Deventer an rechnete. Auf Reisenhat Thomas a Kempis seine Lebensweisheit sich nicht er-worben. Es ist die Frage, ob er je die Metropole seinerProvinz, Köln, gesehn hat. Rosweid*) will zwar von einerReise wissen, die er nach Trier gemacht haben soll, um diedortigen Heiligthümer zu verehren. Es hat uns aber nichtgelingen wollen, die Stelle in den Werken unseres Thomas,worauf diese Nachricht gegründet ist zu entdecken. Ueberhauptwar er kein Freund von Sich umsehn in der Welt. Unter1) S. oben S. 262) Kempis civitate Dioec. Colon. . . quorum pater Joannes,mater gertrudis vocabatur. Chr. Agn. X S. 32.3) III. Serm. ad Nov. VIII 4 ff.Vindic. Kemp. S. 117. §. 4.