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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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74von Männern, die in strengster Abgeschiedenheit von derWelt, fern von jedem Verkehr mit den Menschen, nur durchGebet oder künstliche Arbeit Anderen nützlich sein wollten,hätte Groot's Zweck nicht entsprochen. Mit den Cisterzien-sern hatte es ungefähr dieselbe Bewandtniß. In ihren eige-nen Kirchen pflegten sie nur höchst selten, etwa an solchenFesten, zu denen ein starker Volkszulauf Statt fand, zu pre-digen. Anderwärts beschäftigten sie sich nur ausnahmsweisemit der Seelsorge.!) Die Regularkanonichen hingegen warenbefähigt als Pfarrer und Seelsorgegehülfen angestellt zu wer-den und jeden Sonn= und Feiertag pflegten sie in ihrenKirchen zu predigen. Dieser Orden war der geeignetste, umauf das Volk zu wirken. Auch war ihr Chordienst nicht solangwierig, als der der Cisterzienser und Karthäuser. Siekonnten also für das Abschreiben der Bücher desto mehr Zeiterübrigen, worauf auch in materieller Hinsicht immer undbesonders so lange, als ein Kloster noch nicht seine hin-reichende Dotation hatte, Werth zu legen war. Groot scheintes nicht vorausgesehen, noch weniger beabsichtigt zu haben,daß andere Klöster sich dem seinigen unterwerfen und sichnach demselben einrichten sollten. War dies aber wirklichder Fall; so hätte er für seine Schöpfung keinen Orden füglicher wählen können, als den der Regularkanonichen des h.Augustinus. Wie wäre es möglich gewesen, daß bei derVerfassung der Mendikanten oder auch der andern Klöster,die in einem normirten Verband standen, von einer einzigenAnstalt die Reformation aller oder mehrerer anderen ausge-gangen wäre? Die Klöster der Regularkanonichen vom h.Augustin hingegen standen bis dahin nur in einem geistigenVerbande, gehalten bloß durch das Bewußtsein, sich zur näm-lichen Ordensregel zu bekennen und durch die Thatsache denselben Namen zu führen. Hier war also für neuen Anschlußfreies Feld, für neue Einrichtungen unbeengter Raum.Zwei Jahre nach dem Tode Gerards Groot (1384)wurde mit Bewilligung des Bischofs von Utrecht Florenz1) So gestattete z. B. Papst Bonifaz IX. im J. 1398, daß dieAbtei Camp die Pfarrkirche zu Rheinberg und andere, worüber sie dasPatronat hatte, durch ihre Klostergeistlichen konnte versehen lassen. S.Michels Geschichte der Abtey Camp. 1832. S. 144.