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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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62sein Lebensbeschreiber Thomas a Kempis!) erzählt, des zar-ten Kunstgriffs, daß er den Verdienst nicht zugleich ganz,sondern vor und nach theilweise auszahlte, um so die jungenLeute zu veranlassen, desto öfter zu ihm zu kommen, wo erdann nie unterließ, ihnen zugleich gute Lehren und Ermah-nungen zu geben. Der Priester Florentius war es, der dieempfehlungswerthesten aus den jungen Leuten dem Grootaussuchte und zuführte.Da nun, heißt es in der Windes-heimer Chronik,?) zu Deventer eine von Knaben und Jüng-lingen besuchte Unterrichtsanstalt blühete, welche aus verschie-denen Ländern zusammengeströmt, daselbst in den Anfangs-gründen der Wiſſenſchaftens) trefflichſt unterwieſen wurden;so kam der ehrwürdige Vater Magister Gerard Groot aufden Gedanken, durch die, welche in der Schreibkunst ambesten erfahren wären, die Bücher der h. h. Väter für ge-bührenden Lohn schön abschreiben zu lassen. Denn er wollteden frommen Geistlichen es ermöglichen das Wort Gottesmit Nutzen zu verkündigen und er hatte es eingesehen, daßhiezu nicht nur der Gebrauch der h. Schrift, sondern auchdie Bekanntschaft mit den Büchern der h. h. Väter unent-behrlich wäre. Deshalb hatte er ihre Werke aus Klösternund Stiftern, woher er nur konnte, gesammelt. Uebrigensbesaß er ein nicht mittelmäßiges, ja vielmehr bedeutendesVermögen. Da er nun mehrere Studirende mit dem Ab-die fünf Bücher Meyses, der Könige und der Richter und der Propheten.Kommentare (Expositiones) darüber werden keine namhaft gemacht,sondern nur im Allgemeinen empfohlen. Von den Kirchlichen Rechts-büchern (Decreta) heißt es, sie sollen nur durchlesen (transcurrere),aber nicht einstudirt (incorporare) werden. Groot, der hauptsächlichdie Gratiansche Sammlung im Auge gehabt zu haben scheint, wollte diesund ähnliche W rke nur als Mittel benutzt wissen, die ehemaligen besserenZustände der Kirche kennen zu lernen (de sacris libris studendis XIund XII. in vita ger. magni). Wie er selbst über die classische Litera-tur dachte, möge man nach folgender Stelle, die sich unter den Lebens-regeln, welche er seinen Jüngern gab, befindet, beurtheilen:Du sollstkeine Zeit verwenden auf geometriſche, arithmetiſche, rhetoriſche, dialek-tische, grammatische, lyrische, poetische, juristische und astrologische Bücher(Conclusa et proposita V in vita ger). Richtsdestoweniger standenSeneca, Socrates und Plato bei ihm in hohem Ansehen. (ebendas)1) Vita ger. C. IX §. 2.Cap. 2 S 5.3) in fundamentalibus, als Gegensatz zu den akademrischen Stu-et altiora studia universaliEbrud. II S 606.