61es an, selbst dem römischen Stuhle ist es nicht verborgengeblieben, wie viele gelehrte Männer die Schule zu Zwolldamals hervorgebracht hat.“ Cele beendigte seine mühevolleund segensreiche Laufbahn im Jahre 1417, nachdem er bei-nahe vierzig Jahre seinem Amte vorgestanden hatte.Von der Schule zu Deventer, auf welcher Thomas aKempis gebildet wurde, haben wir zwar nicht so bestimmteNachrichten. Da sie aber durchgehends mit der zu Zwollin Parallele gestellt wird; so ist anzunehmen, daß es mitihr das nämliche Bewandtniß hatte.Mit dem Vorsteher der Schule zu Zwoll, Johann Celestand, wie schon angedeutet wurde, Groot in freundschaft-licher Verbindung, ebenso mit dem zu Deventer, JohannBoom (Boheme, ab arbore). Da nun Groot sich meistensin dieser Stadt aufhielt; suchte er einzelne talentvolle unddürftige Schüler dadurch an sich zu ziehen, daß er sie fürLohn Bücher abschreiben ließ.?) Hiebei bediente er sich, wie1) Einerseits hüte man sich die scholastische Literatur der damaligenSchulen zu hoch anzuschlagen; andererseits aber auch traue man demErasmus von Rotterdam nicht zu viel, wenn er von jener zu Deventer,die er in der letzten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts befuchte, sagt:„ea schola tunc adhunc erat barbara.“ (Es ist nämlich vom Jahre1476 die Rede. Denn wie er in der seinen Werken gewöhnlich vorge-druckten Selbstbiographie sagt: „natus est 1467“, und „ubi nonumannum ageret, missus est Daventriam“.) Es ist bekannt, daß Eras-mus den Ruhm, die classische Literatur in die deutschen Lande eingeführtzu haben, gerne ungetheilt haben wollte. Von sich selbst sagt er: „inprovehendis bonis litteris nemo magis profecit“. Doch läßt er sei-nem Lehrer dem Alexander Hegius Gerechtigkeit widerfahren. „Alexan-der Hegius et Cynthius, schreibt er, coeperant aliquid melioris lit-teraturae invehere, (nämlich zu Deventer, wo Hegius zu den Clericiscommunis vitae vom Institute des Florentius gehörte. Siehe Desid.Erasmi Colloquia Amstelodami. Blaeu 1693 vita Erasmi, Erasmoauthore. S. 3.)2) Die Werke, welche Groot abschreiben ließ, waren zweifelsohnedieselben, die er seinen Anhängern zum Gebrauch anzuempfehlen pflegte.Es gewährt einen Blick in seine Bestrebungen, diese näher kennen zu ler-nen. Ueber allen Büchern steht ihm, wie recht und billig, das h. Evange-lium. Dann folgen ihm die Lebensbeschreibungen und Sprüche der Hei-ligen (Collationes patrum), die Briefe und die Geschichte (actus) derApostel, die Betrachtungen des h. Bernardus und sein Werk: de con-scientia, die Selbstgespräche des h. Augustinus und seine sogen. Ordens-regel, das Monologium des h. Anselmus, die Werke des h. Gregorius,Heiligenlegenden, Homilien und Auslegungen der h. Schrift. Endlichfolgen aus dem alten Testamente die Sprichwörter, der Prediger, Sirach,
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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