54Ehre rechnen würden, der durch seine Leistungen auf dem Gebiete derniederländischen Geschichte rühmlichst bekannt ist, und dem wir dazu überGroot, Florentius und ihre Schule manchen Aufschluß verdanken (indemleider! in diesem Stücke katholischer Seits noch nichts geschehen ist) kri-tisirend die Feder führen zu müssen, thut unserm Herzen wehe. Sed ma-gis amica veritas! Was in unser Thema einschlägt, muß der Wahrheitgemäß erörtert sein. Das Delprat'sche Werk: „die Brüderschaft des ge-„meinsamen Lebens, ein Beitrag zur Geschichte der Kirche, Litteratur„und Pädagogik des 14., 15. und 16. Jahrhunderts von G. H M. Del-„prat, Pastor der franz. Gemeinde und Schulephorus zu Rotterdam,„deutsch bearbeitet und mit Zusätzen und einem Anhang versehn von„Dr. Gottl. Mohnike, Conſ. Schulr. und Superintendent zu Stralsund„u. s. w. Leipzig. Knoblauch 1840,“ ist mit großer Ausführlichkeit undvielem Fleiß im Sammeln der einschlägigen Nachrichten und Scharfsinnin ihrer Benutzung geſchrieben, allein auch mit nicht leicht zu verzeiben-der Oberflächlichkeit. Es strotzt von Ungenauigkeiten. Mehrere derselbenhat der gelehrte Uebersetzer namhaft gemacht. Einige, die unser Themaberühren, mögen hier noch nachgewiesen werden.S. 6. Gerardus magnus hieß Geert Groete nach der niederdeut-schen und Gerard Groote (oder eigentlich Grooß) nach der hochdeutschenMundart und nicht umgekehrt, wie D. will. S. 7. In wie fern Grootsich in Paris auf die Magie gelegt habe, hätte zu seiner Ehrenrettungnach §. 5. Cap. XIII. vita ger. magni (S. 20 bei Somm. op. om.Th. a. K.) berichtigt werden müssen Fertur quoque quod in ... necro-mantia tritus fuerit et antequam conversus esset, quaedam magicaeartis praestigia didicissit. Sed a duobus ejus discipulis intellexi,quaedam ei non recte imponi u. s. w. (S. 8.) Woher weißD., daß Groot auf dem Brink zu Deventer seine magischen Bücherverbrannt habe? S 7. In Köln bestand vor Gründung der Universität(1388) keine erzbischöfliche Schule. Die höheren Unterrichtsanstaltenbefanden sich in verschiedenen Klöstern. Der Irrthum ist vielleicht durchJod. Badius veranlaßt worden, der Cap. VIII. §. 3 vit. Th. a K. woer Groot nach Cöln reisen läßt, diese Stadt „urbem insignem et bo-narum artium Academia illustrem.“ Offenbar hat Badius seineZeit im Auge.S. 8. Daß Groot auch in Cöln eine Pfründe gehabt habe, istnirgend nachgewiesen.S. 9. Was dem Groot über die ihm unerträglich scheinende Lastder Seelsorge in den Mund gelegt wird, soll stehn in den Conclusa etproposita non vota (vit. ger. aut. thoma u. s. w. Cap. XVIII. §. 2-22). Hier ist es nicht zu finden, wohl aber Cap III. in dem Chr. cont.mont. s. Agn. S. 149, nur mit einem Unterschiede des gebrauchtenVergleichs.S. 11. Ruysbroeck schrieb (wie S. 9 richtig angegeben wird)flämisch. Es ist aber unrichtig, wenn es heißt: Groot habe ein Buchvon ihm aus dem Lateinischen ins Flämische übersetzt. Vielmehr über-setzte G. zwei Bücher R. s. aus dem Flämischen in Latein. Chr. cont.cit. S. 150. Groots Gönner der Lütticher Archidiakon Wilh. v. S.war nicht Cantor an der hohen Schule, sondern an der Domkirchezu Paris.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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